Die Vorstandschefs von Volkswagen, Oliver Blume, und Stellantis, Antonio Filosa, haben in einem Gastbeitrag für das Handelsblatt, Les Echos und Il Sole 24 Ore gefordert, dass jedes Elektrofahrzeug „Made in Europe“ einen CO₂-Bonus erhalten soll. Dieses Label soll Fahrzeuge mit hohem europäischen Wertschöpfungsanteil – einschließlich Fertigung, Montage, Forschung, Batteriezellen und Antrieben – kennzeichnen und Vorteile wie Kaufprämien oder Vorzugsrechte bei öffentlichen Ausschreibungen bieten. Ziel ist es, Investitionen in Europa zu stärken und Wettbewerbsnachteile gegenüber Importeuren auszugleichen, die niedrigere Standards haben.
Konkrete Vorschläge
Die Manager plädieren für klare Kriterien, die ambitioniert, aber machbar sind, und eine Ausweitung auf andere Antriebe in Zukunft. Bei Erfüllung der „Made in Europe“-Anforderungen für einen Großteil der Flotte solle der CO₂-Bonus sogar flächendeckend gelten, um Strafzahlungen zu vermeiden und Milliarden in lokale Investitionen zu lenken. Ergänzend fordern sie eine umfassende Industriepolitik mit Förderung der Batterieproduktion und gezielten Anreizen.
Auswirkungen auf die Branche
Volkswagen (mit Marken wie Audi, Skoda und Seat) und Stellantis (Peugeot, Fiat, Opel) produzieren rund 90 Prozent ihrer EU-Fahrzeuge lokal und sehen sich durch chinesische Konkurrenz bedroht. Der Bonus würde die EU-CO₂-Regeln entlasten und die heimische Produktion sichern, ohne protektionistische Zäune zu errichten. Experten sehen darin einen Hebel für Resilienz in strategischen Komponenten.
Quellen
Volkswagen und Stellantis fordern Bonus für in Europa gebaute E-Autos
Konzernchefs von VW und Stellantis fordern Bonus für E-Autos “Made in Europe”