Die Beziehung von Boris Johnson zur Ukraine bleibt im Jahr 2026 ein zentraler Diskussionspunkt in der europäischen Außenpolitik. Als ehemaliger britischer Premierminister gilt er weiterhin als einer der schärfsten Kritiker Wladimir Putins und zugleich als treibende Kraft für eine stärkere Unterstützung Kyjiws durch den Westen. In den letzten Monaten hat Johnson mit mehreren Auftritten und einem Besuch an der Frontlinie die Debatte um Boris Johnson Ukraine‑Politik neu entfacht und gleichzeitig die Aufmerksamkeit der internationalen Öffentlichkeit auf die dramatische Lage im Süden des Landes gelenkt.
Besuch an der Front in der Region Saporischschja
Im April 2026 reiste Boris Johnson zu einer geheimen Mission in die südlichen Frontgebiete der Ukraine, insbesondere in die Region Saporischschja. Dort verbrachte er rund zwei Tage bei der 65. abgesetzten Mechanisierten Brigade der ukrainischen Streitkräfte, nahe der Stadt Huliaipole. In seinen nachfolgenden Berichten beschreibt er die Front als eine „Kill Zone“ und warnt, dass der Westen den Krieg langsam zu vergessen drohe, obwohl die ukrainische Bevölkerung weiter unter massiven Angriffen leide.
Johnson betont, dass die russische Führung in der Region Saporischschja militärisch nicht deutlich vorankomme, während ukrainische Einheiten seit Februar 2026 wieder an Initiative gewonnen hätten. Er nutzt diesen Eindruck, um die westlichen Partner zu einer schnelleren und umfangreicheren Lieferung von Waffen und anderer Unterstützung zu drängen.
Kritik an Westen und USA
In seinen Artikeln und Interviews aus dem Umfeld der Ukraine‑Reise kritisiert Boris Johnson vor allem die USA und andere westliche Staaten für ihre Zurückhaltung. Er bezieht sich explizit auf Forderungen in Teilen des US‑Establishments, wonach die Ukraine bestimmte Gebiete in der Region Donezk ohne Kampf aufgeben sollte – ein Ansatz, den er als falsch und moralisch verwerflich ansieht.
Johnson verweist auf eine ukrainische Pressesprecherin aus Kramatorsk, die sich freiwillig der Armee angeschlossen habe, um ihre Heimat zu verteidigen. Ihre Haltung solle von Putin, aber auch von anderen westlichen Politikern wie Labour‑Chef Keir Starmer und US‑Präsident Donald Trump verstanden werden, argumentiert er. Insgesamt warnt er, dass die Verspätung und die Zurückhaltung des Westens weiteres menschliches Leid verursachten, ohne die Kriegsziele Putins nennenswert zu verändern.
Forderung nach nicht‑kämpfenden Truppen in der Ukraine
Neben seinen Front‑Berichten hat Boris Johnson im Februar 2026 in einer öffentlichen Debatte erneut seine Forderung nach westlichen, nicht‑kämpfenden Truppen in der Ukraine bekräftigt. Er plädiert dafür, britische und europäische Soldaten in sicheren Gebieten des Landes zu stationieren, um ein klares Signal für die Souveränität und Unabhängigkeit der Ukraine zu setzen.
Laut Johnson würde ein solches Vorgehen Putins Glaube, dass Kyjiw nur ein Vasallenstaat sein könne, unterminieren. Er betont, dass die Entscheidung, wer in die Ukraine einreisen darf, nicht bei Moskau, sondern bei den ukrainischen Behörden liegen müsse. Kritiker – vor allem in der Regierung Londons – warnen dagegen, dass speziell ein Truppenkontingent vor einem echten Waffenstillstand die Gefahr eines weiteren Eskalationsschrittes erhöhen könnte.
Bewertung von Johnsons Rolle in der Ukraine‑Debatte
Die neueren Aktivitäten von Boris Johnson unterstreichen, warum das Thema Boris Johnson Ukraine auch Jahre nach seinem Rücktritt aus dem Amt politisch brisant bleibt. Während er in der Ukraine als inspirierender Verbündeter gilt, wird er in Teilen Moskaus scharf angegriffen und als „Vermittler des Bösen“ beschrieben.
Insgesamt positioniert sich Johnson als einer der lautstärksten Vertreter jener Position, wonach die Ukraine nur mit konsequenter westlicher Unterstützung einen dauerhaften Sieg erzwingen und eine friedliche Zukunft in der europäischen Gemeinschaft sichern könne. Seine Reisen an die Frontlinie und seine öffentlichen Appelle tragen dazu bei, dass das Verhältnis von Boris Johnson zur Ukraine weiterhin einen wichtigen Platz in den Nachrichten behält.
Quellen
Boris Johnson besucht die Südfront der Ukraine und kritisiert die mangelnde Unterstützung des Westens
Der ehemalige britische Premierminister Boris Johnson verfasst einen Bericht nach seinem Besuch verschiedener Standorte im ukrainischen Gebiet Saporischschja