Thaha Ibrahim, ein praktizierender Muslim aus Fort Kochi in Indien, pflegt die jüdische Stickbetriebsstube von Sarah Aunty, die er nach dem Tod ihres Mannes Jacob 1999 übernahm. Jacob bat Thaha auf dem Sterbebett, für Sarah zu sorgen, was dieser als religiöse Pflicht im Islam akzeptierte. Thaha zog seine Familie näher an das Judenviertel, half Sarah bis zu ihrem Tod und besucht weiterhin ihr Grab auf dem jüdischen Friedhof.
Shabbat trotz muslimischen Glaubens
Trotz seines islamischen Glaubens schließt Thaha den Laden samstags für den jüdischen Shabbat und zündet freitagabends eine Lampe an, um Sarahs Tradition zu ehren. „Es geht nicht um Religion, sondern um Menschlichkeit“, erklärt er. Die Historikerin Anna Elias lobt diese Hingabe als bemerkenswertes Beispiel interreligiöser Fürsorge.
Historischer Kontext in Kochi
Fort Kochi beherbergte einst eine blühende jüdische Gemeinde, deren letzter Stickladen nun von Thaha geführt wird. Solche Geschichten von muslimischer Pflege jüdischer Stätten sind in Indien nicht einzigartig, wie Beispiele aus Kolkata zeigen. Thahas Engagement symbolisiert Harmonie in einer multireligiösen Gesellschaft.
Quellen
„Ich bin Muslim, aber ich halte den Sabbat ein“: Wie ein Inder ein jüdisches Erbe am Leben erhält
India TV: Die muslimischen Verwalter der historischen indischen Synagoge