In einer Synagoge im östlichen Sydney wurde Rabbi Eli Schlanger, 41, unter strengen Sicherheitsvorkehrungen beigesetzt. Hunderte Trauernde versammelten sich in der Chabad-of-Bondi-Synagoge, nur wenige Straßen vom Strand entfernt, an dem der Anschlag während einer Chanukka-Feier verübt worden war.
Redner beschrieben Schlanger, der seit rund 18 Jahren in Sydney lebte und kürzlich zum fünften Mal Vater geworden war, als hingebungsvollen Seelsorger und zentralen Organisator der Veranstaltung „Chanukah by the Sea“. Die Beerdigung war die erste von mehreren Trauerfeiern für die 15 Menschen, die bei der Schießerei getötet wurden.
Der Anschlag auf „Chanukah by the Sea“
Der Angriff ereignete sich während einer gut besuchten Chanukka-Veranstaltung am Bondi Beach, bei der Hunderte Menschen zusammenkamen, um den Beginn des achttägigen jüdischen Lichterfests zu feiern. Zwei schwerbewaffnete Täter, ein Vater-Sohn-Duo, eröffneten das Feuer auf Besucher, wobei mindestens 15 Menschen getötet und Dutzende verletzt wurden.
Australische Behörden stufen die Tat als terroristischen, gezielt antisemitischen Angriff auf die jüdische Gemeinde Sydneys ein. Am Tatort wurden zudem improvisierte Sprengsätze gefunden, was die Vorbereitung und Brutalität des Anschlags weiter unterstreicht.
Reaktionen der Gemeinde und der Politik
In der jüdischen Gemeinschaft wird der Anschlag als „unser eigener 7. Oktober“ bezeichnet, um die Schockwellen und das Gefühl existenzieller Bedrohung zu beschreiben. Führende Rabbiner und Angehörige mahnten bei der Beerdigung, dem Hass mit verstärkter jüdischer Präsenz und dem öffentlichen Entzünden der Chanukka-Kerzen zu begegnen.
Zeitgleich mit den ersten Beerdigungen kündigten Behörden in New South Wales Notfallverschärfungen im Waffenrecht an. Die Landesregierung prüft außerdem Beschränkungen für große Straßenproteste nach Terrorlagen, um Spannungen und mögliche Nachahmungsaktionen zu begrenzen.
Symbolische Gesten und internationale Resonanz
Als Zeichen der Solidarität wurde das Sydney Opera House mit dem Bild einer Chanukka-Menora angestrahlt, um der Opfer zu gedenken und jüdisches Leben sichtbar zu unterstützen. An der Strandpromenade von Bondi entstanden binnen Stunden Mahnmale mit Blumen, Kerzen und israelischen Fahnen, bei denen erneut Chanukka-Lichter entzündet wurden.
Internationale Medien und Politiker verurteilten den Anschlag scharf; Vertreter jüdischer Organisationen weltweit würdigten Rabbi Schlanger als Symbolfigur für gelebten Glauben und Offenheit. In Sydney selbst wird erwartet, dass weitere Trauerfeiern – unter anderem für den ebenfalls getöteten Rabbi Yaakov Levitan – zu neuen Debatten über Sicherheit, Antisemitismus und gesellschaftlichen Zusammenhalt führen.
Quellen
Rabbi Eli Schlanger, Opfer des Terroranschlags am Bondi Beach, wurde bei einer Beerdigung in der Synagoge verabschiedet.
Trauernde in Sydney gedenken ermordetem Rabbiner bei Beerdigung am Bondi Beach