Der norddeutsche Wohnmobil-Händler Skandic & Nordic Reisemobile aus Flensburg-Handewitt hat nur drei Wochen nach der Feier seines 20-jährigen Firmenjubiläums Insolvenz angemeldet. Das Amtsgericht Flensburg eröffnete das Verfahren kürzlich und bestellte den Anwalt Ygglev Stintzing als vorläufigen Insolvenzverwalter. Trotz des plötzlichen Niedergangs läuft der Betrieb vorerst weiter.
Gründe für die Pleite
Der Boom im Wohnmobilmarkt während der Corona-Zeit ist abrupt vorbei, was zu einem deutlichen Einbruch der Nachfrage führte. Hohe Zinsen für Kredite und eine unsichere konjunkturelle Lage mit politischer Verunsicherung machen Käufer vorsichtig, wodurch Fahrzeuge wochenlang unverkauft stehen bleiben. Insolvenzverwalter Stintzing betonte gegenüber BILD, dass diese Faktoren das Unternehmen in die Krise stürzten.
Auswirkungen auf Mitarbeiter
Das Unternehmen beschäftigt 18 Mitarbeiter, deren Jobs nun gefährdet sind, obwohl Gehälter bis Ende Februar über die Agentur für Arbeit gesichert sind. Der Insolvenzverwalter plant zusammen mit der Geschäftsführung eine Umstrukturierung, um den Betrieb zu retten. Ein möglicher Investor könnte den Fortbestand sichern.
Kunden und offene Bestellungen
Kunden mit Anzahlungen für bestellte Wohnmobile warten auf Klarheit; der Verwalter prüft alle Verträge und sucht Lösungen. Neben Neu- und Gebrauchtwagen bot Skandic & Nordic Umbauten, Reparaturen und Zubehör an, was den regionalen Campingmarkt betrifft. Diese Insolvenz reiht sich in eine Serie von Pleiten im Wohnmobilhandel ein.
Branchentrends und Ausblick
Die Campingbranche kämpft mit Nachwirkungen des Booms: Frühere Händler wie Klinke Caravaning oder HRZ Reisemobile meldeten ebenfalls Insolvenz. Trotz guter Auftragslagen bei manchen Firmen überwiegen Stornierungen und Lieferkettenprobleme. Experten sehen Potenzial für Sanierungen, wenn Investoren gefunden werden.
Quellen
Wohnmobil-Händler kurz nach Firmenjubiläum pleite
Wohnmobilhersteller ist zahlungsunfähig – trotz sehr gut gefüllter Auftragsbücher