Die Neonazi-Gruppe „Hammerskins Deutschland“ inklusive regionaler Chapter und der Untergruppe „Crew 38“ wurde im September 2023 vom Bundesinnenministerium verboten. Grundlage war § 3 des Vereinsgesetzes, da der Verein sich gegen die verfassungsmäßige Ordnung und den Gedanken der Völkerverständigung richte. Bei bundesweiten Razzia-Aktionen in zehn Bundesländern wurden Waffen, Devotionalien und Vereinsvermögen beschlagnahmt.
Aktuelle Netzwerke in Europa
Nach Recherchen des NDR bleiben deutsche Hammerskins-Anhänger europaweit mit Gleichgesinnten vernetzt. Mitte November 2025 trafen sich führende Figuren aus Deutschland, darunter aus Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz, in Mailand zu einem Treffen mit etwa 100 Teilnehmern, umrahmt von Rechtsrock-Konzerten. Fotos und Videos zeigen Teilnehmer mit „Hammerskins Sachsen“-Aufnähern sowie Hitlergrüße.
Gerichtsverhandlung vor dem Bundesverwaltungsgericht
Das Bundesverwaltungsgericht prüft derzeit, ob das Verbot Bestand hat; Verhandlungen fanden am 17. Dezember 2025 statt. Kläger aus regionalen Chapter argumentieren, es gebe keine bundesweite Dachorganisation, sondern nur autonome Gruppen. Das Bundesinnenministerium äußerte sich nicht zu Kenntnissen über das Mailand-Treffen, ebenso das Landeskriminalamt Mecklenburg-Vorpommern.
Hintergrund der Hammerskins
Die Hammerskins gelten als konspiratives Neonazi-Netzwerk seit 1986, organisiert in der „Hammerskin Nation“ (HSN) mit Präsenz in mindestens zehn europäischen Ländern. Sie positionieren sich als „Elite“ der Szene und fördern Rassismus sowie Gewalt durch Rechtsrock und Kampfsport. Stand: 17.12.2025, 06:00 Uhr.
Quellen
Deutsche “Hammerskins” weiter im Ausland aktiv?
Bundesverwaltungsgericht verhandelt über Verbot von rechtsextremistischen Hammerskins