Ermittlungsbehörden in Polen und Litauen haben nach übereinstimmenden Recherchen von WDR, NDR und der Süddeutschen Zeitung ein mutmaßlich russisch gesteuertes Sabotage-Netzwerk aufgedeckt. Das Netzwerk soll hinter einer Reihe von Brandanschlägen in mehreren europäischen Ländern stecken. Besonders im Fokus stehen koordinierte Aktionen, die offenbar darauf abzielten, kritische Infrastruktur und militärische Logistik in NATO-Staaten zu stören.
Durchsuchung auch in Deutschland
Nach Informationen der genannten Medien erfolgte vor Kurzem auch eine Durchsuchung in Deutschland. Details zu Ort und Umfang der Maßnahmen wurden bislang nicht offiziell bestätigt. Laut Ermittlern könnte es jedoch Zusammenhänge zwischen den Tätern und russischen Geheimdiensten geben. Sicherheitskreise sehen die jüngsten Vorfälle als Teil hybrider Einflussversuche Moskaus, die politische Stabilität europäischer Staaten zu untergraben.
Gemeinsame europäische Ermittlungen
Die Ermittlungen werden eng zwischen den Sicherheitsbehörden verschiedener EU-Staaten abgestimmt. Die EU-Kommission begrüßte die Kooperation und warnte zugleich vor einer Zunahme sogenannter „grauer Operationen“, bei denen Desinformation, Cyberangriffe und physische Sabotage kombiniert werden. Auch der europäische Auswärtige Dienst (EEAS) beobachtet die Lage aufmerksam.
Deutschland im Fokus hybrider Bedrohungen
Bereits in den vergangenen Monaten hatten deutsche Sicherheitsbehörden eine Zunahme von Aktivitäten festgestellt, die als gezielte Unterwanderungsversuche russischer Akteure bewertet werden. Neben Cyberattacken und Propagandakampagnen häufen sich auch physische Sabotageaktionen gegen logistische Knotenpunkte. Das Bundesinnenministerium betonte, man nehme „die Gefahr durch staatlich gesteuerte Desinformation und Sabotageversuche sehr ernst“ und arbeite eng mit europäischen Partnern zusammen.
Quellen
Sabotage-Netzwerk – Spuren führen auch nach Deutschland
Russischer Geheimdienst soll hinter Sabotage stecken