In einer jüngsten öffentlichen Äußerung hat der russische Präsident Wladimir Putin europäische Staats- und Regierungschefs als „Schweine“ bezeichnet. Die Aussage fiel laut mehreren Medienberichten während eines informellen Treffens mit russischen Journalisten, bei dem Putin auf die Sanktionen und die Unterstützung der Ukraine durch die EU-Staaten zu sprechen kam.
Die Wortwahl sorgt in Brüssel, Berlin und Paris für scharfe Reaktionen. Diplomaten sprechen von einem „beispiellosen Niveau der Respektlosigkeit“ und sehen in der Rhetorik des Kremls ein gezieltes Mittel zur innenpolitischen Mobilisierung in Russland.
Diplomatische Konsequenzen möglich
Mehrere EU-Mitgliedsstaaten prüften laut Insiderkreisen eine offizielle diplomatische Protestnote an Moskau. Auch die Europäische Kommission bezeichnete Putins Worte als „inakzeptabel und entwürdigend“. Ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin erklärte, solche Äußerungen trügen „nicht zur Entspannung der Lage bei, sondern verschärfen die Spannungen zwischen Russland und Europa“.
Politikwissenschaftler werten die Aussage als Signal an ein innenpolitisches Publikum. Der russische Präsident versuche, durch die Verächtlichmachung westlicher Staaten eine „Wir-gegen-sie“-Mentalität im eigenen Land zu stärken, meint Osteuropa-Expertin Tatjana Stanowaja.
Historischer Kontext und Medienreaktion
In westlichen Medien wurde Putins Aussage sofort aufgegriffen und breit kommentiert. Kommentatoren sehen darin eine Fortsetzung seiner zunehmend aggressiven Rhetorik gegenüber dem Westen seit Beginn des Angriffskrieges gegen die Ukraine im Februar 2022. Bereits in der Vergangenheit hatte Putin westliche Führungspersonen als „Heuchler“ oder „Marionetten der USA“ bezeichnet.
Auch in Russland selbst sorgt die Bemerkung für Diskussionen. Während staatlich kontrollierte Medien Putins Worte kaum erwähnten oder in einen humoristischen Kontext stellten, reagierten oppositionelle Kanäle in sozialen Netzwerken mit scharfer Kritik.
Quellen
Putin nennt Europas Anführer „Schweine“
Putin sagt, Russland werde weitere Gebiete in der Ukraine einnehmen, wenn Europa die Friedensbemühungen scheitern lässt.