17.09.2026
5 Minuten Lesezeit

Matthew Rhys schreibt Emmy-Geschichte: Zwei Hauptrollen, ein historischer Abend

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@2026 bbc

Emmy-Geschichte schrieb MatthewRhys bei der 78. Primetime-Verleihung in Los Angeles. Der walisische Schauspieler gewann am selben Abend zwei Hauptdarstellerpreise – für die Netflix-Miniserie The Beast in Me und die Apple-TV+-Produktion Widow’s Bay. Damit gelang ihm etwas, das vor ihm keinemSchauspieler bei den Emmys gelungenwar.

Ein Rekord mit besonderer Bedeutung

Der erste Erfolg kam in der Kategorie „Bester Hauptdarsteller in einer Limited Series oder einem Fernsehfilm“. In The Beast in Me verkörpert Rhys den undurchsichtigen Immobilienunternehmer Nile Jarvis, der im Zentrum eines psychologischen Thrillers steht. Die Geschichte handelt von einer trauernden Autorin, die sich zunehmend mit einem neuen Nachbarn beschäftigt, der möglicherweise mit einem Mord in Verbindung steht.

Später kehrte Rhys auf die Bühne zurück. Diesmal erhielt er den Preis als bester Hauptdarsteller in einer Comedyserie für seine Rolle als Bürgermeister Tom Loftis in Widow’s Bay. Die Serie verbindet übernatürlichen Horror mit schwarzem Humor: Eine abgelegene Insel wird von einer alten Bedrohung heimgesucht, während ihr überforderter Bürgermeister versucht, den Alltag und den Tourismusbetrieb unter Kontrolle zu halten.

Diese Kombination macht den Erfolg außergewöhnlich. Rhys gewann nicht zweimal für ähnliche Figuren oder in zwei Varianten desselben Genres. Er überzeugte die Jury in zwei Produktionen, die emotional und stilistisch kaum unterschiedlicher sein könnten.

Von der Dramaserie zur Komödie

Der Rekord begann nicht erst an diesem Abend. Bereits 2018 gewann Matthew Rhys einen Emmy als bester Hauptdarsteller in einer Dramaserie für The Americans. Dort spielte er Philip Jennings, einen sowjetischen Agenten, der gemeinsam mit seiner Familie verdeckt in den Vereinigten Staaten lebt.

Mit den beiden neuen Auszeichnungen hat Rhys nun die drei wichtigsten Hauptdarsteller-Kategorien erreicht: Drama, Comedy und Limited Series. Diese sogenannte Genre-Dreifachleistung unterstreicht seine außergewöhnliche Wandlungsfähigkeit.

Viele Schauspieler werden im Laufe ihrer Karriere mit einem bestimmten Rollentyp verbunden. Manche gelten als Spezialisten für ernste Charaktere, andere werden vor allem mit komödiantischen Rollen identifiziert. Rhys hat sich dieser Einordnung entzogen. Seine Karriere zeigt, dass schauspielerische Glaubwürdigkeit nicht davon abhängt, ob eine Figur sympathisch, düster oder komisch ist. Entscheidend ist die innere Konsequenz, mit der sie gespielt wird.

Warum „Widow’s Bay“ besonders anspruchsvoll ist

Auf den ersten Blick wirkt die Rolle in Widow’s Bay leichter als die eines gefährlichen Immobilienmagnaten in einem Thriller. Tatsächlich verlangt die Serie Rhys jedoch eine ungewöhnlich präzise Balance ab.

Seine Figur muss Angst zeigen, ohne zur Karikatur zu werden. Sie muss komische Reaktionen auslösen, während die Bedrohung innerhalb der Handlung real bleibt. Gleichzeitig soll der Bürgermeister als Mensch nachvollziehbar bleiben – nicht als überzeichneter Tollpatsch, sondern als jemand, der in einer völlig absurden Situation Verantwortung übernehmen muss.

Gerade diese Mischung macht die Leistung anspruchsvoll. Gute Comedy entsteht nicht allein durch laute Pointen. Häufig liegt sie in einem kurzen Blick, einer verzögerten Reaktion oder dem Versuch einer Figur, unter Druck Normalität zu bewahren. Rhys nutzt solche kleinen Momente, um die Spannung zwischen Horror und Humor aufrechtzuerhalten.

Das erklärt auch, weshalb Kritiker seine Leistung als besonders vielseitig einordnen. Er spielt nicht einfach eine komische Figur. Er spielt einen Mann, der die Kontrolle verliert und trotzdem so tut, als könne er die Situation beherrschen.

Ein walisischer Moment auf großer Bühne

In seiner zweiten Dankesrede widmete Rhys den Erfolg den Menschen in Wales. Er sprach von Wales als einer „kleinen, aber mächtigen Nation“ und sagte auf Walisisch: „Diolch yn fawr iawn“ – vielen Dank.

Diese Worte waren mehr als eine persönliche Grußbotschaft. In der internationalen Unterhaltungsbranche werden Schauspieler häufig vor allem über ihre Produktionen oder ihre Arbeitsorte wahrgenommen. Rhys nutzte den weltweiten Blick auf die Emmy-Verleihung, um seine Herkunft sichtbar zu machen.

Für Wales besitzt dieser Moment daher eine kulturelle Dimension. Das Land verfügt über eine starke Theater- und Filmszene, wird international aber oft im Schatten größerer britischer Zentren wahrgenommen. Wenn ein walisischer Schauspieler auf einer der wichtigsten Fernsehpreis-Bühnen gleich zwei Hauptpreise erhält, verändert das auch die Wahrnehmung seiner Herkunft.

Rhys selbst verwies darauf, dass seine Familie, sein Umfeld und seine frühen Erfahrungen in Wales ihn geprägt hätten. Seine Karriere steht damit auch für die Bedeutung regionaler Kultur- und Bildungsstrukturen, die Künstler lange vor dem internationalen Durchbruch unterstützen.

Die wichtigsten Emmys-2025-Gewinner?

Wer nach den emmys 2025 gewinner sucht, stößt in diesem Zusammenhang auf eine wichtige zeitliche Unterscheidung: Die hier beschriebene Rekordnacht fand bei der 78. Primetime-Emmy-Verleihung im September 2026 statt, nicht bei der Ausgabe 2025. Auch die häufig genannte Formulierung „65. Emmy-Verleihung in der Sparte Prime Time“ passt nicht zu dieser Veranstaltung.

Solche Jahres- und Kategorienangaben sind bei internationalen Preisverleihungen besonders relevant. Neben den Primetime Emmys gibt es weitere Ausgaben, regionale Fernsehpreise und die International Emmy Awards. Die international Emmy Awards 2025 sind eine eigenständige Veranstaltung und nicht mit den US-amerikanischen Primetime Emmys gleichzusetzen.

Auch der Suchbegriff emmyleri, der in türkischsprachigen Suchanfragen für Emmys verwendet wird, kann zu unterschiedlichen Ergebnislisten führen. Für die Einordnung von Rhys’ Erfolg ist deshalb entscheidend, die konkrete Veranstaltung, das Jahr und die Kategorie zu nennen.

Weitere Höhepunkte des Abends

Matthew Rhys war nicht der einzige große Gewinner. The Pitt erhielt den Preis für die beste Dramaserie. Hauptdarsteller Noah Wyle wurde in der Dramakategorie zum zweiten Mal in Folge ausgezeichnet.

Jean Smart gewann für Hacks ihre fünfte Auszeichnung und kam insgesamt auf acht Emmys. Allison Janney erreichte ebenfalls acht Schauspielpreise. Damit schlossen beide zu einer Gruppe besonders erfolgreicher Fernsehdarstellerinnen auf.

Auch Michael J. Fox stand im Mittelpunkt der Veranstaltung. Er erhielt den Bob Hope Humanitarian Award für sein langjähriges Engagement im Kampf gegen Parkinson. Fox sprach offen darüber, dass er seine Erkrankung zunächst geheim gehalten hatte, weil er negative Auswirkungen auf seine Arbeit und seine Beziehung zum Publikum befürchtete.

Ein weiterer emotionaler Moment war die Würdigung von Dolly Parton. Sally Field erinnerte an die verstorbene Sängerin und Schauspielerin, während Reba McEntire einen musikalischen Beitrag präsentierte. Die Zeremonie verband damit aktuelle Auszeichnungen mit Rückblicken auf Persönlichkeiten, die die amerikanische Unterhaltungsindustrie nachhaltig geprägt haben.

Was der Rekord für Rhys’ Zukunft bedeutet

Der doppelte Emmy-Erfolg dürfte Matthew Rhys neue Möglichkeiten eröffnen. Produzenten und Streamingdienste suchen zunehmend nach Darstellern, die unterschiedliche Zielgruppen erreichen können. Rhys hat nun bewiesen, dass er sowohl einen komplexen Gegenspieler als auch eine komödiantische Hauptfigur tragen kann.

Für seine weitere Karriere bedeutet das vermutlich mehr Kontrolle bei der Rollenauswahl. Nach einem solchen Erfolg muss er nicht mehr ausschließlich auf prestigeträchtige Dramen setzen. Ebenso denkbar sind anspruchsvolle Komödien, ungewöhnliche Miniserien oder Projekte, die mehrere Tonlagen miteinander verbinden.

Gleichzeitig steigt der Erwartungsdruck. Nach einer historischen Emmy-Nacht wird jede neue Rolle mit den bisherigen Leistungen verglichen. Die Herausforderung besteht darin, den Rekord nicht zum Endpunkt, sondern zum Ausgangspunkt einer noch vielfältigeren Karriere zu machen.

Matthew Rhys’ Erfolg zeigt deshalb mehr als nur die Stärke eines einzelnen Schauspielers. Er verdeutlicht, dass das moderne Fernsehen jene Künstler besonders belohnt, die Grenzen zwischen Drama, Komödie und Thriller überwinden. Bei den Emmys 2026 wurde nicht nur ein Rekord aufgestellt – es wurde auch sichtbar, wie groß die Spannweite einer glaubwürdigen Fernsehperformance sein kann.

Quellen

Der walisische Schauspieler Matthew Rhys schreibt mit seinem Doppelsieg Emmy-Geschichte
„Die ganze Welt gehört Matthew Rhys, und wir leben nur darin“: Warum der unglaubliche Schauspieler Emmy-Rekorde gebrochen hat

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