04.10.2026
6 Minuten Lesezeit

Messi übernimmt zweiten spanischen Fußballklub: Eldense soll langfristig wachsen

messi-uebernimmt-cd-eldense
@2026 Getty Images

Messi erweitert sein Engagementim spanischen Fußball und übernimmt nach UE Cornellà nun auch den Zweitligisten CD Eldense. Der Abschluss der Transaktion wurde vom Klub bestätigt, steht allerdings nochunter dem Vorbehalt der erforderlichen Genehmigung durch die spanischen Sportbehörden. Für Eldense ist der Einstiegdes achtfachen Ballon-d’Or-Gewinners weit mehr als ein prominenter Besitzerwechsel: Der Verein aus der Provinz Alicante verbindet damit die Hoffnung auf sportliche Stabilität, bessere Strukturen und eine neue internationale Wahrnehmung.

Vom Weltstar zum Klubbesitzer

Die Nachricht markiert eine neue Phase in der Karriere des Argentiniers. Lionel Messi ist weiterhin aktiver Fußballer bei Inter Miami, baut aber parallel offenbar ein eigenes Netzwerk im europäischen Vereinsfußball auf. Im April hatte er bereits den katalanischen Fünftligisten UE Cornellà übernommen. Mit CD Eldense folgt nun ein Verein aus der Segunda División, also der zweithöchsten spanischen Spielklasse.

Der Unterschied zwischen beiden Projekten ist erheblich. Cornellà steht vor allem für Nachwuchsarbeit, lokale Verankerung und die enge Verbindung zu Katalonien, wo Messi seine prägendsten Jahre verbrachte. Eldense bewegt sich dagegen im professionellen Fußball und muss sich unmittelbar mit sportlichem Druck, wirtschaftlicher Planung, Lizenzfragen und dem Kampf um den Klassenerhalt auseinandersetzen.

Messi übernimmt dabei die Mehrheit am Verein. Finanzielle Einzelheiten des Geschäfts wurden nicht veröffentlicht. Nach Angaben von Eldense soll sein Einstieg ein langfristiges Projekt fördern, das sportliche, institutionelle und soziale Entwicklung miteinander verbindet.

Ein Verein mit langer Geschichte

CD Eldense wurde 1921 gegründet und blickt damit auf mehr als ein Jahrhundert Vereinsgeschichte zurück. Der Klub stammt aus Elda im Hinterland von Alicante und verfügt über eine regionale Identität, die durch den Einstieg eines global bekannten Sportlers eine völlig neue internationale Dimension erhält.

Sportlich ist die Lage zum Zeitpunkt der Übernahme jedoch angespannt. Eldense steht in der 22 Mannschaften umfassenden zweiten spanischen Liga auf dem 19. Tabellenplatz. Aus den ersten sieben Spielen wurden lediglich ein Sieg und insgesamt fünf Punkte eingefahren. Der neue Eigentümer kommt somit nicht in einer ruhigen Aufbauphase, sondern in einer Situation, in der kurzfristige Stabilisierung und langfristige Planung gleichzeitig notwendig sind.

Genau darin liegt die erste große Herausforderung. Ein prominenter Name allein verbessert weder die Defensive noch die Trainingsbedingungen. Auch ein größeres Budget garantiert keinen sportlichen Erfolg, weil die spanischen Ligen strengen finanziellen und organisatorischen Regeln unterliegen. Der Verein wird deshalb zunächst beweisen müssen, dass die neue Eigentümerstruktur nicht nur Aufmerksamkeit erzeugt, sondern tatsächlich bessere Entscheidungsprozesse schafft.

Was Messi dem Klub bringen kann

Der wichtigste Vorteil dürfte zunächst nicht in spektakulären Transfers liegen, sondern in der internationalen Reichweite. Der Name Messi besitzt weltweit eine enorme Strahlkraft. Ein Klub, der bisher hauptsächlich regional wahrgenommen wurde, kann dadurch neue Sponsoren, Medienpartner, Fans und Geschäftskontakte erreichen.

Für Eldense ergeben sich mehrere mögliche Wachstumsfelder:

  • professionellere Vermarktung der Vereinsmarke;
  • bessere internationale Kommunikation;
  • Ausbau der Nachwuchsabteilung;
  • stärkere Partnerschaften mit Unternehmen;
  • Modernisierung von Trainings- und Vereinsstrukturen;
  • attraktivere Bedingungen für junge Spieler.

Messis persönlicher Erfahrungsschatz ist ebenfalls relevant. Er kennt die Entwicklung eines Spielers aus nächster Nähe: von den frühen Jahren in der Jugendakademie bis zur Weltkarriere beim FC Barcelona. Sein Weg begann in Argentinien, führte ihn im Alter von 13 Jahren nach Spanien und mündete in eine außergewöhnliche Laufbahn.

Bei Barcelona erzielte Messi 672 Tore in 778 Pflichtspielen. Nach seinem Abschied vom katalanischen Klub wechselte er 2021 zu Paris Saint-Germain und 2023 zu Inter Miami. Diese Entwicklung könnte ihm helfen, die Bedeutung professioneller Nachwuchsarbeit und langfristiger Spielerentwicklung einzuschätzen.

Diese Biografie könnte den Aufbau eines glaubwürdigen Talentmodells unterstützen. Junge Spieler und ihre Familien könnten einen Klub attraktiver finden, wenn dort eine klare Entwicklungsperspektive angeboten wird. Entscheidend wird jedoch sein, ob Messi selbst regelmäßig in sportliche Entscheidungen eingebunden ist oder ob er die operative Führung an ein professionelles Management delegiert.

Der sportliche Druck bleibt bestehen

Die aktuelle Tabellensituation zeigt, dass Eldense keine Zeit für eine reine Imagekampagne hat. Der Verein benötigt kurzfristig Punkte und langfristig eine belastbare sportliche Strategie. Ein Eigentümerwechsel kann Unruhe auslösen, wenn Verantwortlichkeiten nicht eindeutig geregelt sind. Trainer, Sportdirektor, Scouting-Abteilung und Nachwuchsleitung müssen deshalb schnell klären, welche Ziele Priorität haben.

Eine vernünftige Strategie wäre vermutlich, den Verein nicht mit großen Versprechen zu überladen. Statt teure Einzeltransfers anzustreben, könnte Eldense von einer besseren Identifikation junger Talente, einer präziseren Datenauswertung und einer stabilen Spielidee profitieren. In der zweiten Liga Spaniens zählt nicht nur individuelle Qualität. Belastbarkeit, Kaderbreite, taktische Disziplin und eine gute Kaderplanung über eine lange Saison sind mindestens ebenso wichtig.

Hinzu kommen die spanischen Gehalts- und Finanzregeln. Selbst ein Besitzer mit enormer internationaler Bekanntheit kann nicht unbegrenzt Geld in den Kader investieren. Die Ausgaben müssen innerhalb der geltenden Rahmenbedingungen bleiben. Deshalb dürfte sich der Einfluss von Messi eher über Infrastruktur, Personalentwicklung und Organisation zeigen als über einen sofortigen Transfercoup.

Ein mögliches Netzwerk im spanischen Fußball

Besonders interessant ist, dass Messi nun zwei spanische Klubs kontrolliert. Cornellà spielt in einer deutlich niedrigeren Liga und liegt in Katalonien, während Eldense im professionellen Fußball der Region Alicante beheimatet ist. Theoretisch könnten daraus unterschiedliche, aber miteinander verbundene Entwicklungspfade entstehen.

Cornellà könnte als Ausbildungs- und Entdeckungsplattform dienen. Eldense könnte talentierten Spielern anschließend den Übergang in den professionellen Fußball ermöglichen. Ein solches Modell wäre allerdings nur dann sinnvoll, wenn die sportlichen und rechtlichen Voraussetzungen klar geregelt sind. Die spanischen Fußballverbände werden darauf achten müssen, dass keine Interessenkonflikte oder Wettbewerbsverzerrungen entstehen.

Auch die Frage möglicher Begegnungen zwischen beiden Vereinen ist nicht nebensächlich. Sollten sich die Mannschaften künftig in derselben Liga befinden, könnten besondere regulatorische Vorgaben gelten. Die Eigentumsverhältnisse müssten transparent bleiben, damit die Glaubwürdigkeit des Wettbewerbs nicht gefährdet wird.

Für den spanischen Fußball könnte Messis Engagement dennoch ein interessantes Beispiel werden. Kleinere Vereine erhalten durch prominente Investoren neue Möglichkeiten, müssen aber gleichzeitig ihre Eigenständigkeit und lokale Identität bewahren. Ein Klub darf nicht zu einer bloßen Werbefläche für einen berühmten Besitzer werden.

Was bedeutet der Schritt für Messis Vermächtnis?

Viele Fans verbinden den Namen Messi vor allem mit dem Spitznamen „La Pulga“, seinen zahlreichen Titeln und der Weltmeisterschaft 2022 mit Argentinien. Der Messi-Titel als Weltmeister hat seine historische Stellung endgültig gefestigt. Doch der Einstieg bei Eldense erweitert sein öffentliches Profil: Aus dem Spieler, der Rekorde bricht, wird zunehmend auch ein Unternehmer und Gestalter im Fußball.

Die Frage „in welchem Verein spielt Messi?“ lässt sich aktuell klar beantworten: Messi steht bei Inter Miami in der Major League Soccer unter Vertrag. Sein Eigentum an spanischen Vereinen bedeutet nicht, dass er für Eldense aufläuft oder dort sportlich aktiv wird. Er agiert in diesem Fall als Investor und Klubbesitzer, während seine Spielerkarriere in den Vereinigten Staaten weitergeht.

Damit folgt Messi einem Muster, das bei großen Fußballpersönlichkeiten immer häufiger zu beobachten ist. Nach dem Ende oder in der Spätphase einer aktiven Karriere investieren ehemalige Stars in Vereine, Akademien, Medienprojekte oder Sportmarken. Cristiano Ronaldo ist ebenfalls in den spanischen Fußball eingestiegen und hält eine Beteiligung an UD Almería.

Die beiden früheren Rivalen aus der Ära Barcelona gegen Real Madrid begegnen sich damit erneut in einer anderen Rolle: nicht als Spieler auf dem Platz, sondern als internationale Investoren mit Einfluss auf die Entwicklung spanischer Vereine.

Die nächsten Schritte

Zunächst muss die spanische Sportverwaltung den Eigentümerwechsel genehmigen. Erst danach kann die Übernahme vollständig umgesetzt werden. Für Eldense wird anschließend entscheidend sein, ob die Ankündigung mit konkreten Maßnahmen gefüllt wird.

Fans und Beobachter werden vor allem auf vier Punkte achten:

  • Bleibt die sportliche Leitung stabil oder kommt es zu personellen Veränderungen?
  • Wird in Trainingsanlagen und Nachwuchsarbeit investiert?
  • Entwickelt der Klub ein realistisches finanzielles Konzept?
  • Kann Eldense trotz des Tabellenplatzes den Klassenerhalt sichern?

Sollte Messi diese Fragen mit Geduld und professioneller Planung angehen, könnte Eldense von seiner internationalen Bekanntheit nachhaltig profitieren. Scheitert das Projekt hingegen an kurzfristigen Erwartungen, übermäßiger Personalisierung oder fehlender sportlicher Kompetenz, würde der Name des neuen Besitzers den Druck sogar erhöhen.

Der Kauf ist deshalb kein Selbstläufer. Er eröffnet Möglichkeiten, löst aber nicht automatisch die Probleme eines Zweitligisten. Eldense braucht klare Strukturen, fachkundige Verantwortliche und eine Strategie, die über den Glanz des Namens hinausgeht. Gelingt diese Verbindung, könnte Messi in Spanien ein langfristiges Modell etablieren: mit einem kleineren Ausbildungsverein auf der einen Seite und einem professionellen Entwicklungsprojekt auf der anderen.

Für CD Eldense beginnt damit tatsächlich ein neues Kapitel. Ob daraus eine Erfolgsgeschichte wird, entscheidet sich allerdings nicht bei der offiziellen Bekanntgabe, sondern in den kommenden Spielzeiten – auf dem Trainingsplatz, in der Vereinsführung und in der Fähigkeit, aus weltweiter Aufmerksamkeit nachhaltige sportliche Stärke zu machen.

Quellen

Messi schließt den Kauf seines zweiten spanischen Vereins ab
Messi wird Mehrheitseigentümer des spanischen Vereins Eldense

von-boris-becker-freundeskreis
Vorherige Geschichte

Boris Becker zieht Grenzen: Warum der frühere Tennis-Star heute nur noch einen kleinen Freundeskreis zulässt

judith-williams-karriere-produkte
Nächste Geschichte

Judith Williams: Von der Opernbühne zur Kosmetik-Imperium – Eine Unternehmerin, die Deutschland verzaubert

Neueste von Blog

nuernberg-mann-greift-reisende-an

Gewaltserie im Zug und am Nürnberger Hauptbahnhof

Nürnberg steht für eine historische Altstadt, die fränkische Metropole und einen stark frequentierten Verkehrsknotenpunkt. Am vergangenen Freitag wurde der Nürnberger Hauptbahnhof jedoch zum Schauplatz einer Serie von Angriffen. Ein 43-Jähriger soll zunächst
Geh zuOben