07.10.2026
5 Minuten Lesezeit

Kroatien fordert Spanien heraus – und verliert durch Merinos späten Doppelschlag

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@2026 IMAGO

Kroatien hat auf die historische0:7-Niederlage gegen England eindrucksvoll reagiert. Gegen den Welt- und Europameister Spanien zeigte die Mannschaft deutlich mehr Ordnung, Mut und Widerstandskraft. Am Ende setzte sich Spanien in der Nations Leaguedennoch mit 2:1 durch – vor allem dank Mikel Merino, der beide Treffer erzielte und die Partiein der Schlussphase entschied.

Kroatien zeigt eine völlig andere Körpersprache

Nach der höchsten Niederlage der eigenen Länderspielgeschichte stand Kroatien unter enormem Druck. Drei Tage nach dem Debakel gegen England musste Trainer Slaven Bilic seine Mannschaft nicht nur taktisch neu ausrichten, sondern auch mental erreichen. Die Reaktion fiel bemerkenswert aus: Kroatien trat gegen Spanien nicht verängstigt auf, sondern suchte von Beginn an die Zweikämpfe und verdichtete geschickt die Räume.

Vier Veränderungen in der Startelf machten deutlich, dass Bilic auf mehr Stabilität und körperliche Präsenz setzte. Josip Šutalo, Dominik Jakić, Nikola Vlašić und Igor Matanović rückten in die Mannschaft. Besonders im Mittelfeld funktionierte die Balance zunächst gut. Mateo Kovačić übernahm Verantwortung im Spielaufbau, während Kroatien die spanischen Passwege ins Zentrum konsequent verengte.

Für alle, die sich näher mit dem Land beschäftigen, sind solche Spiele ein wichtiger Teil der modernen Kroatien Informationen. Das Land ist mit rund vier Millionen Einwohnern zwar vergleichsweise klein, besitzt aber seit Jahren eine Nationalmannschaft mit außergewöhnlicher internationaler Ausdauer. Wer fragt, wie viele Menschen leben in Kroatien oder wieviel Einwohner hat Kroatien, findet eine Bevölkerung, die deutlich kleiner ist als die vieler europäischer Fußballnationen. Auf dem Platz ist dieser Größenunterschied jedoch häufig kaum zu erkennen.

Perišić nutzt Spaniens ersten Fehler

Kroatien erwischte den besseren Start. Bereits in der 13. Minute prüfte Josip Stanišić Spaniens Torhüter Unai Simón per Kopf. Der Abschluss war zu zentral, vermittelte aber eine klare Botschaft: Die Gastgeber wollten sich nicht passiv zurückziehen.

Vier Minuten später belohnte sich Kroatien. Kovačić trieb den Ball durch das Mittelfeld und leitete ihn auf die rechte Seite zu Matanović weiter. Dessen Flachschuss konnte Simón zunächst parieren, doch Ivan Perišić reagierte am schnellsten und köpfte den Abpraller zur Führung ins Tor.

Der Treffer war nicht nur wegen des Spielstands bedeutsam. Perišić verkörpert wie kaum ein anderer die Widerstandsfähigkeit des kroatischen Fußballs. Auch im fortgeschrittenen Karrierealter bleibt er ein Spieler, der in wichtigen Momenten Verantwortung übernimmt. Seine Positionierung beim 1:0 war kein Zufall, sondern Ausdruck seiner Erfahrung: Während mehrere Verteidiger auf den ersten Abschluss reagierten, hatte Perišić bereits den zweiten Ball im Blick.

Kroatien hätte die Führung sogar ausbauen können. Matanović scheiterte erneut an Simón, außerdem fehlte Josko Gvardiol bei einem Vorstoß nur wenig, um den Ball unter Kontrolle zu bringen. Spanien wirkte in dieser Phase ungewohnt unpräzise. Die sonst so dominante Mannschaft fand nur selten Lösungen gegen die kompakte kroatische Formation.

Die beste spanische Möglichkeit vor der Pause hatte Lamine Yamal. Nach einem präzisen Pass von Pedri traf der junge Offensivspieler jedoch nur das Außennetz. Insgesamt blieb Spanien hinter den eigenen Möglichkeiten zurück.

Merino verändert das Spiel

Nach der Halbzeit erhöhte Spanien den Druck. Die Gäste ließen den Ball schneller laufen und drängten Kroatien zunehmend tief in die eigene Hälfte. Während die kroatische Mannschaft vor der Pause noch regelmäßig über Kovačić und Matanović Entlastungsangriffe gestartet hatte, wurde der Weg zum spanischen Tor nun immer länger.

Der Ausgleich in der 61. Minute war deshalb folgerichtig. Eine Hereingabe wurde von Stanišić nicht optimal geklärt und landete zentral vor dem Strafraum. Dani Olmo reagierte aufmerksam und brachte den Ball zu Mikel Merino, der aus kurzer Distanz vollendete.

Merinos Rolle war entscheidend. Der spanische Mittelfeldspieler brachte nicht nur zusätzliche Präsenz im Strafraum, sondern bewegte sich auch sehr klug zwischen den kroatischen Linien. Spanien hatte bis dahin viel Ballbesitz, aber wenig Durchschlagskraft entwickelt. Merino gab dem Angriff eine direktere und körperlichere Note.

Genau darin lag der taktische Wendepunkt. Kroatien konnte Spaniens erste Passstaffeln kontrollieren, hatte aber zunehmend Probleme, wenn der Ball nach zweiten Bällen schnell in den Strafraum gelangte. Der Ausgleich war daher weniger das Ergebnis einer spektakulären Kombination als vielmehr einer konsequenten Nutzung der Unordnung.

Perišić wird vom Helden zum Problem

Kroatien blieb trotz des Ausgleichs gefährlich. In der 77. Minute bot sich Perišić die große Chance auf sein zweites Tor. Nach einem Fehler im spanischen Aufbau kam der Kroate aus aussichtsreicher Position zum Abschluss, scheiterte jedoch an Simón.

Diese Szene hätte die Partie erneut zugunsten Kroatiens verschieben können. Stattdessen folgte nur zwei Minuten später der entscheidende Rückschlag. Perišić traf Marc Cucurella bei einem Laufduell und sah wegen seines zweiten verwarnungswürdigen Fouls die Gelb-Rote Karte.

Der Platzverweis war aus kroatischer Sicht besonders bitter, weil Perišić bis dahin sowohl offensiv als auch emotional eine zentrale Rolle gespielt hatte. Seine Erfahrung hatte Kroatien lange getragen – sein Risiko im entscheidenden Moment schwächte die Mannschaft jedoch genau dann, als Spanien den Druck weiter erhöhte.

Die Szene zeigt ein grundsätzliches Problem, das bei erfahrenen Teams immer wieder sichtbar wird: Leidenschaft kann eine Mannschaft stabilisieren, aber sie kann auch in Überhastung umschlagen. Gegen Spanien, das numerische Vorteile sofort erkennt und konsequent ausnutzt, ist ein Platzverweis in der Schlussphase kaum zu kompensieren.

Merino entscheidet die Partie spät

Spanien benötigte nach dem Platzverweis nur wenige Minuten, um die Überzahl in einen Treffer umzumünzen. In der 88. Minute erhielt Merino den Ball von Martín Zubimendi, nahm ihn im Strafraum geschickt mit und schloss aus der Drehung präzise ab.

Der zweite Treffer war technisch anspruchsvoll und beendete Kroatiens Hoffnung auf einen Punktgewinn. Merino war damit endgültig der Mann des Abends. Seine beiden Tore folgten unterschiedlichen Spielsituationen: Beim 1:1 reagierte er im Strafraum auf eine unübersichtliche Szene, beim 2:1 löste er die Situation mit individueller Qualität.

Spanien gewann damit zum elften Mal in Folge. Die Mannschaft bewies erneut, dass sie auch dann erfolgreich bleiben kann, wenn der eigene Auftritt nicht über die gesamte Spielzeit überzeugt. Genau diese Fähigkeit unterscheidet eine gute Mannschaft von einem echten Turnierfavoriten: Nicht jedes Spiel wird kontrolliert, aber enge Partien werden trotzdem gewonnen.

Was die Niederlage für Kroatien bedeutet

Das Ergebnis ist für Kroatien enttäuschend, darf aber nicht mit der 0:7-Niederlage gegen England verglichen werden. Gegen Spanien zeigte die Mannschaft eine klare Verbesserung in mehreren Bereichen:

  • Die Abstände zwischen den Mannschaftsteilen waren deutlich kleiner.
  • Kroatien verteidigte das Zentrum wesentlich disziplinierter.
  • Das Umschaltspiel über Kovačić, Matanović und Perišić funktionierte zeitweise gut.
  • Die Mannschaft blieb nach dem Rückstand lange konkurrenzfähig.
  • Spanien wurde über weite Strecken zu ungeduldigem und unpräzisem Spiel gezwungen.

Gleichzeitig offenbarte die Partie zwei Baustellen. Erstens fehlt Kroatien gegen spielstarke Gegner noch die Konstanz über 90 Minuten. Nach der Pause wurde die eigene Offensive zu selten entlastet. Zweitens muss die Mannschaft ihre emotionale Kontrolle verbessern. Der Platzverweis von Perišić war nicht allein für die Niederlage verantwortlich, veränderte aber die Voraussetzungen entscheidend.

Für die kommenden Spiele wird es darauf ankommen, ob Bilic aus der Partie ein stabiles Konzept entwickeln kann. Eine einzelne starke Reaktion reicht nicht aus. Kroatien muss zeigen, dass es sowohl gegen Topteams als auch gegen vermeintlich schwächere Gegner zuverlässig auftreten kann.

Spanien bleibt der Maßstab

Spanien reist mit drei Punkten und großem Selbstvertrauen aus Kroatien ab. Die Mannschaft spielte nicht überragend, fand aber nach der Pause den richtigen Rhythmus und blieb bis zum Schluss geduldig. Besonders wichtig ist, dass Spanien auch nach dem Rückstand nicht in Hektik verfiel.

Die Partie lieferte deshalb wertvolle Erkenntnisse für beide Teams. Spanien bestätigte seine außergewöhnliche Stabilität und seine Fähigkeit, enge Spiele spät zu drehen. Kroatien wiederum zeigte, dass die Mannschaft nach einem historischen Rückschlag noch konkurrenzfähig ist und gegen den Welt- und Europameister fast einen Punkt holen konnte.

Wer nach Infos zu Kroatien sucht, erhält in diesem Spiel ein treffendes Bild des Landes und seiner Fußballkultur: klein an Bevölkerung, aber groß in Widerstandskraft und sportlichem Ehrgeiz. Wie viele Menschen leben in Kroatien, wieviel Einwohner hat Kroatien – diese Zahlen erklären die begrenzten Ressourcen, aber nicht die internationale Bedeutung der Nationalmannschaft. Gegen Spanien verlor Kroatien zwar erneut, diesmal aber mit erhobenem Kopf.

Quellen

Perisic trifft und fliegt: Kroatien liefert Spanien einen großen Kampf und verliert doch
Spanien seit 42 Spielen ungeschlagen – Kane mit Rekord


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