Bei der Parlamentswahl im Kosovo am 28. Dezember 2025 hat die Partei von Ministerpräsident Albin Kurti, Vetëvendosje (Selbstbestimmung), nach Auszählung fast aller Stimmen deutlich vorn gelegen. Nach Angaben der Wahlkommission erreichte die Regierungspartei fast die Hälfte der Sitze im Parlament – ein klarer Sieg, der die politische Landschaft der jungen Republik erneut prägen dürfte.
Die Wahlbeteiligung lag laut den ersten Schätzungen bei rund 48 Prozent und blieb damit etwas unter dem Niveau früherer Abstimmungen.
Monate der politischen Spannungen
Der Urnengang erfolgte nach einer monatelangen Regierungskrise, die durch Koalitionsstreitigkeiten und wirtschaftliche Probleme ausgelöst worden war. Besonders umstritten war der Umgang mit der serbischen Minderheit im Norden des Landes und die stockenden Verhandlungen mit der EU über einen möglichen Fortschritt im Beitrittsprozess.
Kurti hatte die Wahl als ein „Referendum über Stabilität und Selbstbestimmung“ bezeichnet und im Wahlkampf auf soziale Reformen, Korruptionsbekämpfung und eine engere wirtschaftliche Kooperation mit westlichen Partnern gesetzt.
Opposition geschwächt – internationale Reaktionen
Die größten Oppositionsparteien, darunter die Demokratische Liga des Kosovo (LDK) und die Demokratische Partei (PDK), mussten deutliche Verluste hinnehmen. Internationale Beobachter, darunter die OSZE, bewerteten den Wahlverlauf als weitgehend geordnet, äußerten aber erneut Bedenken wegen vereinzelter Unregelmäßigkeiten in einigen Wahllokalen.
Aus Brüssel kamen verhaltene Glückwünsche: Die EU-Kommission rief Kurti dazu auf, „den Reformkurs fortzusetzen und die Rechtsstaatlichkeit zu stärken“.
Quellen
Regierungspartei liegt bei Parlamentswahl vorn
Vorläufige Ergebnisse zeigen, dass die Partei von Premierminister Kurti die vorgezogene Wahl im Kosovo überzeugend gewonnen hat.