Kurz nach Weihnachten haben Orkanböen, heftiger Regen und Schnee weite Teile Europas heimgesucht. In Polen sorgt der Sturm „Johannes“ für wachsende Hochwassergefahr durch starke Winde und Rückstau in Flüssen wie der Elbląg. Experten geben jedoch Entwarnung für Deutschland, da ein Hochdruckgebiet Schutz bietet.
Der Sturm „Johannes“ in Europa
Der Wintersturm „Johannes“ fegte am Wochenende nach Weihnachten über Europa und verursachte massive Schäden. In Skandinavien entwurzelten Orkanböen bis 130 km/h Bäume, lösten Stromausfälle aus und forderten Todesopfer, während Spanien unter Starkregen und Überschwemmungen litt. In Polen drückt der Nordwestwind Wasser aus dem Frischen Haff in Flussbetten, was den Wasserstand an Pegeln wie in Elbląg rapide ansteigen lässt.
Warnmeldungen erreichen Bürger per Handy, und Behörden in Elbląg haben Schutzmaßnahmen an Straßen wie dem Zygmunt-August-Boulevard ergriffen. Das Tiefdruckgebiet über Polen hält an, verstärkt den Rückstau und erhöht die Überschwemmungsrisiken.
Auswirkungen in Polen und Skandinavien
In Polen verändert der Sturm sogar die Fließrichtung der „Toten Weichsel“ durch Winde aus der Danziger Bucht, was die Hochwassergefahr verschärft. Meteorologen des IMGW warnen vor anhaltenden Böen bis 90 km/h, Glatteis und Unwettern, die Rettungsaktionen behindern könnten. Der Bürgermeister von Elbląg hat die Bevölkerung via Social Media zur Vorsicht aufgerufen.
In Nordschweden schneite „Johannes“ Straßen zu und isolierte Orte. Auf Alpenbergen wurden Böen bis 272 km/h gemessen, in Karlsruhe erreichten sie 153 km/h.
Gefahr für Deutschland?
Deutschland bleibt vorerst verschont: Ein starkes Hochdruckgebiet über Großbritannien blockiert den Sturm und verhindert eine Ausbreitung nach Westen. An der Nordseeküste sind zwar einzelne Sturmböen möglich, ein Orkan wie „Johannes“ gilt als unwahrscheinlich.
Dennoch zieht eine Nordlage kalte Luft nach Deutschland, besonders in den Norden und Osten, mit ungemütlichen Temperaturen bis über Silvester. Windböen bis Sturmstärke sind an der Küste denkbar, aber kein voller Sturm erwartet.
Prognose für die kommenden Tage
Das Tief über Polen bleibt stationär, was Polen weiter belastet, während Deutschland von der „ausgeglichenen Wippe“ profitiert. Langfristig deuten Modelle auf wechselhaftes Wetter mit Kältewellen hin, aber der aktuelle Schutz hält. Behörden und DWD raten zur Vorsicht bei lokalen Warnungen.
Quellen
Wütet dieser Wintersturm auch bald bei uns?
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