Die EU-Botschafter haben am 9. Januar 2026 vorläufig dem Mercosur-Freihandelsabkommen zugestimmt, das nach über 25 Jahren Verhandlungen den größten Zollabbau der EU-Geschichte ermöglicht. Dieses Abkommen mit Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay schafft einen Freihandelsraum für über 700 Millionen Menschen und spart EU-Unternehmen jährlich 4 Milliarden Euro an Zöllen auf Exporte wie Autos, Käse und Wein. Die Europäische Kommission unter Ursula von der Leyen sieht darin eine Strategie gegen US-Zölle und Abhängigkeit von China bei Rohstoffen.
Entscheidung im EU-Rat
Eine qualifizierte Mehrheit der EU-Staaten, angeführt von Deutschland und Spanien, stimmte zu, während Frankreich, Polen, Österreich, Ungarn und Irland dagegen votierten und Belgien sich enthielt. Nach Zugeständnissen wie einem Notbremssystem für Importe von Rindfleisch, Geflügel und Zucker sowie einem 1-Milliarden-Euro-Fonds für betroffene Landwirte wechselte Italien die Seite. Die formale Unterschrift könnte nächste Woche in Paraguay erfolgen, doch das EU-Parlament muss noch ratifizieren.
Chancen und Kritik
Deutsche Firmen profitieren besonders: 95 Prozent der Exporteure sind KMU, die leichter in Mercosur-Märkte vordringen und 244.000 Jobs sichern. Kritiker wie Frankreichs Landwirtschaftsministerin Annie Genevard warnen vor Billigimporten, die EU-Bauern schaden, und kündigen Kampf im Parlament an. Umweltstandards wie Pariser Klimaabkommen-Konformität sind essenziell und erlauben bei Verstößen eine Aussetzung.
Ausblick
Das Abkommen stärkt die EU als globalen Handelspartner und sendet ein Signal für Multilateralismus, wie Finanzminister Lars Klingbeil betonte. Eine Parlamentsabstimmung in den kommenden Monaten entscheidet endgültig; bis dahin gelten Teile vorläufig.
Quellen
Von der Leyen siegt: EU-Länder billigen Rekord-Freihandelsabkommen
EU-Mercosur-Pakt: Zollabbau für 4 Milliarden Euro – Deutschland feiert