Trotz massiver Kommunikationssperren reißen die Proteste im Iran nicht ab. Nach Angaben von Aktivisten setzen sich die landesweiten Demonstrationen fort, obwohl sowohl das Internet als auch Mobilfunkverbindungen weitgehend blockiert sind. Hintergrund der neuen Unruhen sind wirtschaftliche Probleme, politische Repressionen und zunehmende Unzufriedenheit mit der aktuellen Regierungspolitik.
In einer Fernsehansprache am Sonntag warnte Präsident Masoud Peseschkian die Demonstranten eindringlich vor weiteren Protestaktionen. Er bezeichnete diese als „von ausländischen Kräften gesteuert“ und verwies insbesondere auf die angebliche Unterstützung der USA.
Drohung Richtung Washington
Peseschkian warf den Vereinigten Staaten vor, die Eskalation im Land gezielt anzuheizen. Er sprach von einer „koordinierte Destabilisierung“ und kündigte „eine entschlossene Reaktion“ auf jede Form ausländischer Einmischung an. Diese deutliche Drohung wird von Beobachtern als Signal sowohl an die iranische Bevölkerung als auch an internationale Akteure verstanden.
Analysten sehen darin einen Versuch, die Protestbewegung zu delegitimieren und politische Verantwortung nach außen zu verlagern. In den sozialen Medien kursieren trotz Netzsperren Videos, die Demonstrationen in mehreren Städten zeigen – darunter Teheran, Shiraz und Isfahan.
Wachsende Zahl der Todesopfer
Menschenrechtsgruppen berichten von einer steigenden Zahl an Todesopfern seit Beginn der Proteste. Exiliranische Organisationen sprechen von über 100 Toten, während staatliche Stellen von „vereinzelten Zusammenstößen“ sprechen, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Lokale Aktivisten warnen vor einer Verschärfung der Gewalt, sollte die Regierung weiter auf Konfrontationskurs bleiben.
Die Vereinten Nationen und mehrere europäische Staaten fordern die iranische Führung zur Zurückhaltung auf und drängen auf eine Wiederherstellung der Kommunikationskanäle, um eine unabhängige Überprüfung der Vorgänge zu ermöglichen.
Internationale Reaktionen und mögliche Folgen
Die US-Regierung wies die iranischen Vorwürfe entschieden zurück. Ein Sprecher des Außenministeriums in Washington erklärte, die Proteste seien Ausdruck des legitimen Unmuts der iranischen Bevölkerung und kein Ergebnis „externer Einflussnahme“. Auch die EU kündigte an, die Lage „genau zu beobachten“ und notfalls gezielte Sanktionen in Betracht zu ziehen.
Internationale Beobachter warnen, dass sich die Situation im Iran weiter zuspitzen könnte. Sollte die Regierung den repressiven Kurs fortsetzen, droht eine neue Eskalationswelle – mit unvorhersehbaren politischen und humanitären Folgen.
Quellen
Warnung an die Demonstranten – Drohung Richtung USA
Irans Präsident mahnt Sicherheitskräfte zu Zurückhaltung bei Protesten