Seit Tagen herrscht in weiten Teilen der Alpen eine angespannte Schneesituation. Starker Schneefall, Windverfrachtungen und Temperaturschwankungen haben die Lawinengefahr deutlich erhöht. Besonders betroffen sind derzeit Tirol und Vorarlberg, wo Rettungskräfte am Samstag zu mehreren Einsätzen ausrückten.
Laut Behördenangaben starben insgesamt acht Menschen bei mehreren Lawinenabgängen, weitere wurden zum Teil schwer verletzt. Einige der Opfer galten zunächst als vermisst, bevor sie in den Schneemassen gefunden wurden.
Großeinsatz der Bergrettung und Feuerwehr
Dutzende Einsatzkräfte waren über Stunden hinweg im Einsatz. Neben der Bergrettung waren auch Feuerwehr, Polizei und Hubschrauber der Flugrettung beteiligt. Aufgrund des dichten Schneefalls und der schwierigen Wetterbedingungen gestalteten sich die Rettungsarbeiten äußerst kompliziert.
Die österreichische Bergrettung warnte Einheimische und Touristen eindringlich davor, abseits gesicherter Pisten unterwegs zu sein. „Die Lawinensituation ist momentan äußerst heikel“, hieß es in einer offiziellen Mitteilung.
Warnstufe bleibt hoch
Nach Angaben des Lawinenwarndienstes Österreich liegt die aktuelle Gefahrenstufe in vielen Regionen weiterhin bei 4 von 5 („große Lawinengefahr“). Besonders gefährlich seien Hänge oberhalb von 1.500 Metern, wo sich instabile Schneeschichten gebildet haben. Bereits geringe Zusatzbelastungen, wie das Betreten oder Befahren von Hängen, könnten Lawinen auslösen.
Auch in den kommenden Tagen soll das Wetter wechselhaft bleiben, mit weiterem Schneefall und böigem Wind. Experten erwarten daher keine schnelle Entspannung der Lage.
Österreich trauert um die Opfer
Bundeskanzler Karl Nehammer äußerte sich bestürzt über das Unglück und sprach den Angehörigen der Verstorbenen sein Mitgefühl aus. „Unsere Gedanken sind bei den Familien und bei all jenen, die in diesen schwierigen Tagen im Einsatz stehen“, so Nehammer.
Die Behörden kündigten an, die genauen Umstände der Lawinenabgänge zu untersuchen, um daraus Erkenntnisse für zukünftige Sicherheitsmaßnahmen zu gewinnen.
Quellen
Mehrere Tote bei Lawinenabgängen in Österreich
Mehrere Lawinen in Österreich: Acht Menschen sterben