Außenminister Wadephul hat seine erste Afrikareise angetreten – eine symbolträchtige Geste, denn bislang spielte der Kontinent in der deutschen Außenpolitik eher eine Nebenrolle. Auf seiner Agenda stehen Kenia und Äthiopien, zwei Staaten, die für Stabilität und wirtschaftliche Entwicklung in Ostafrika zentral sind.
Der Besuch markiert zugleich den Beginn einer stärkeren diplomatischen Hinwendung zu den Ländern südlich der Sahara. Nach Angaben des Auswärtigen Amts soll die Reise den Dialog mit „Schlüsselpartnern in Afrika“ vertiefen – ein Begriff, der auf langfristige strategische Zusammenarbeit hinweist.
Themen: Sicherheit, Handel und Migration
Wadephul plant in Nairobi Gespräche mit Regierungsvertretern über wirtschaftliche Kooperation und Sicherheitspolitik im Horn von Afrika. Auch die Rolle Kenias als Vermittler in regionalen Konflikten wird Thema sein. In Addis Abeba, dem Sitz der Afrikanischen Union, stehen Treffen mit hochrangigen Vertretern der AU auf dem Programm.
Weitere Schwerpunkte sind gemeinsame Strategien gegen illegale Migration, die Förderung von Ausbildungspartnerschaften und Investitionen im Energiesektor.
Zeichen des Neubeginns
Die Bundesregierung will mit diesem Schritt ein „neues Kapitel“ in den Beziehungen zu Afrika aufschlagen. Beobachter sehen in der Reise auch den Versuch, verlorenes Vertrauen aufzubauen und Partnern Alternativen zu Angeboten anderer globaler Akteure – etwa China – zu bieten.
Wadephul selbst betonte, dass Deutschland „auf Dialog, Partnerschaft und gemeinsame Entwicklung“ setzt. Kritiker mahnen jedoch, dass Ankündigungen allein nicht genügen werden, um Einfluss und Glaubwürdigkeit auf dem Kontinent zu stärken
Quellen
Erster Besuch bei “Schlüsselpartnern”
Regierungspressekonferenz vom 19. Januar 2026