Das US-Militär hat nach offiziellen Angaben in der Karibik einen weiteren Öltanker unter seine Kontrolle gebracht. Die US-Regierung begründete den Einsatz mit einem Verstoß gegen bestehende Sanktionen und die seit Jahren geltende Ölblockade gegen Venezuela. Nach Informationen aus US-Medien handelt es sich bereits um das siebte Schiff, das in dieser Region seit Beginn der Blockade beschlagnahmt wurde.
Laut dem US-Verteidigungsministerium erfolgte die Aktion in internationalen Gewässern und diente der „Durchsetzung bestehender Handelssanktionen“. Details zur Identität des Tankers oder seiner Besatzung wurden bislang nicht öffentlich gemacht.
Hintergrund: Amerikas Ölblockade gegen Venezuela
Die USA verhängten ihre Ölblockade gegen Venezuela offiziell im Jahr 2019, kurz nach dem umstrittenen Machtkampf zwischen Nicolás Maduro und Oppositionsführer Juan Guaidó. Die Maßnahmen zielten darauf ab, die Regierung Maduro wirtschaftlich zu schwächen und den Export venezolanischen Öls zu verhindern.
Trotz internationaler Kritik halten die USA an dieser Politik fest. Washington argumentiert, die Sanktionen sollen „das illegitime Geschäftsmodell des Regimes“ unterbinden. Caracas hingegen spricht von „wirtschaftlicher Aggression“ gegen das venezolanische Volk und hat die jüngste Beschlagnahmung als „Piraterie“ verurteilt.
Internationale Reaktionen und wirtschaftliche Folgen
Lateinamerikanische Beobachter sehen in den wiederholten Eingriffen der USA eine riskante Eskalation im geopolitischen Machtkampf um Energieversorgung und Einfluss in der Karibikregion. Experten warnen, dass Venezuelas ohnehin geschwächte Öleinnahmen weiter sinken könnten.
Länder wie Kuba und Nicaragua, die ebenfalls US-Sanktionen unterliegen, erklärten sich solidarisch mit Venezuela. Die EU und die Vereinten Nationen zeigen sich bislang zurückhaltend, mahnen aber zur Wahrung des internationalen Seerechts und fordern eine diplomatische Lösung.
Quellen
USA beschlagnahmen weiteren Öltanker in Karibik
USA entern erneut Öltanker in der Karibik