25.01.2026
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Mega-Prozess in Dresden: Junge Männer sollen NS-Staat in Sachsen geplant haben

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Vor dem Oberlandesgericht Dresden hat ein umfangreicher Prozess gegen acht junge Männer im Alter zwischen 22 und 26 Jahren begonnen. Die Angeklagten sollen laut Ermittlungen der Bundesanwaltschaft eine staatsfeindliche Organisation gebildet haben, die unter dem Namen „Sächsische Separatisten“ agierte. Ihr Ziel: Nach einem vermuteten Zusammenbruch der Bundesrepublik einen neuen NS-Staat in Sachsen zu errichten.

Die Anklage wirft den Beschuldigten unter anderem Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden GewalttatMitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung sowie Verstöße gegen das Waffenrecht vor.

Ideologische Hintergründe und Planung

Den Ermittlungen zufolge orientierte sich die Gruppe stark an rechtsextremen und neonazistischen Ideologien. Über soziale Netzwerke, Chatgruppen und Online-Foren sollen sie rechtsextreme Inhalte ausgetauscht und paramilitärische Strukturen diskutiert haben.

Die Angeklagten sollen bewaffnete Aktionen vorbereitet, Zielpersonen ermittelt und sogar Territorien skizziert haben, in denen sie nach einem politischen Systemzusammenbruch eine neue Ordnung errichten wollten.

Laut Staatsanwaltschaft sei das Ziel der Gruppe die „Errichtung eines autoritär-nationalsozialistischen Staates“ innerhalb der Grenzen des Bundeslandes Sachsen gewesen.

Ermittlungen und Beweislage

Die Bundesanwaltschaft arbeitete in diesem Fall seit Sommer 2023 eng mit dem Landeskriminalamt Sachsen zusammen. Bei Hausdurchsuchungen fanden Ermittler illegale Waffen, Datenträger und Propagandamaterial.

Die Verteidiger der Angeklagten bestreiten jedoch die terroristischen Absichten. Sie argumentieren, es habe sich um „reine Fantasien junger, radikalisierter Männer“ gehandelt, die keine konkrete Gefahr dargestellt hätten.

Der Prozess gilt als einer der bedeutendsten Verfahren gegen rechtsextreme Gruppierungen in Ostdeutschland der letzten Jahre.

Gesellschaftliche Reaktionen

Politiker, Medien und zivilgesellschaftliche Organisationen zeigen sich alarmiert über den Fall. Das Bündnis „Sachsen bleibt bunt“ bezeichnete den Prozess als „Warnsignal“, dass rechtsextreme Netzwerke weiterhin aktiv seien.

Zudem fordert man verstärkte Prävention bei Jugendlichen und eine bessere Überwachung extremistischer Online-Netzwerke, in denen sich solche Gruppierungen formieren.

Ausblick

Das Verfahren vor dem Oberlandesgericht Dresden wird voraussichtlich mehrere Monate dauern. Ein Urteil wird frühestens im Sommer 2026 erwartet. Sollte sich der Tatverdacht bestätigen, drohen den Angeklagten mehrjährige Haftstrafen.

Der Fall zeigt erneut, wie gefährlich rechtsextreme Parallelstrukturen im digitalen Zeitalter werden können – und wie bewusst deutsche Sicherheitsbehörden mittlerweile gegen diese Entwicklungen vorgehen.

Quellen

„Sächsische Separatisten“ wollten Nazi-Staat in Sachsen gründen
“Sächsische Separatisten” vor Gericht in Dresden: Verteidiger Kohlmann spricht von “Terrorismus gegen Beschuldigte”


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