US-Präsident Donald Trump hat die Rolle internationaler Truppen im Afghanistan-Krieg angezweifelt und behauptet, sie seien nie gebraucht worden und hätten sich abseits der Front aufgehalten. Militärexperte Professor Carlo Masala widerspricht diesen Aussagen scharf und hebt die tatsächlichen Einsätze der Bundeswehr hervor.
Trumps kontroverse Kritik
Trump äußerte sich abfällig über die NATO-Verbündeten und sagte: „Wir haben sie nie gebraucht“ sowie sie hätten sich „ein Stück abseits der Frontlinien“ befunden. Diese Worte haben Empörung in Europa ausgelöst, da sie die Opfer und Leistungen der Soldaten bagatellisieren. Masala, Professor für internationale Politik an der Bundeswehr-Universität München, bezeichnet die Behauptungen als falsch.
Fakten zum Bundeswehr-Einsatz
Zwischen 2002 und 2021 waren über 160.000 deutsche Soldaten in Afghanistan im Einsatz, von denen 59 Soldaten und drei Polizisten ihr Leben verloren. Ab 2003 übernahm die Bundeswehr Führungsrollen im Regionalkommando Nord, und ab 2008 eskalierten die Kämpfe massiv. Masala betont: „Die Front kam zur Bundeswehr“.
Beispiele heldenhafter Kämpfe
Beim Karfreitagsgefecht am 2. April 2010 gerieten Fallschirmjäger in Isa Khel in einen achtstündigen Hinterhalt; drei Soldaten starben, vier wurden verwundet. Zwei Wochen später forderte ein Sprengstoffanschlag vier weitere Leben . General Sembritzki führte 2010 als Oberstleutnant die „Quick Reaction Force 5“ und eroberte Shahabuddin von den Taliban zurück.
Politische Gründe für Einschränkungen
Die Bundeswehr nahm nicht an allen US-Antiterror-Operationen teil, weil dies politisch nicht gewollt war, erklärt Masala. Dennoch widerlegt die Zahl der Gefallenen und die Kampfeinsätze Trumps Darstellung vollständig. Auch der deutsche Verteidigungsminister und andere Regierungschefs lehnen Trumps Sicht ab.
Quellen
Militärexperte Masala: Trump-Aussage stimmt nicht!
Trump lobt plötzlich britische Soldaten – während deutsche Regierung empört reagiert