Die Verbraucherpreise in Deutschland sind im Januar 2026 deutlich stärker gestiegen als von vielen Ökonomen prognostiziert. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) lagen die Preise im Durchschnitt um 2,1 Prozent höher als im Januar des Vorjahres. Damit setzt sich der leicht steigende Trend fort, der bereits im vierten Quartal 2025 zu beobachten war.
Dienstleistungen als Preistreiber
Besonders stark zogen die Preise im Dienstleistungssektor an. Laut Destatis trugen höhere Kosten für Gastronomie, Mobilität und Versicherungen maßgeblich zum Anstieg bei. Auch Mieten und Freizeitdienstleistungen wurden teurer, während sich die Preise für Energie und Nahrungsmittel vergleichsweise stabil zeigten.
Ein Experte des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) kommentierte, dass der Preisdruck in den Dienstleistungsbereichen auf anhaltenden Fachkräftemangel und steigende Löhne zurückzuführen sei.
EZB-Zinskurs weiter im Fokus
Die Europäische Zentralbank (EZB) beobachtet die Preisentwicklung in der Eurozone weiterhin genau. Mit einer Inflationsrate von 2,1 Prozent liegt Deutschland leicht über dem von der EZB angestrebten Zielwert von zwei Prozent. Beobachter rechnen jedoch nicht mit einer direkten Reaktion auf nationaler Ebene, da die Kerninflation in der Eurozone leicht rückläufig bleibt.
Ausblick für die kommenden Monate
Analysten gehen davon aus, dass die Inflation im Frühjahr weiter moderat bleiben könnte, sofern sich Energiepreise nicht deutlich erhöhen. Eine anhaltende Stabilisierung der Verbraucherpreise wird jedoch auch von der Lohnentwicklung und den globalen Lieferkettenabhängigkeiten abhängen.
Quellen
Inflation steigt in Deutschland auf 2,1 Prozent
Inflationsrate in Deutschland erreicht höchsten Stand seit Monaten