Nach dem Durchzug des Sturms „Kristin“ hat Portugal mit massiven Schäden zu kämpfen. Die Behörden warnten am Samstag vor weiteren Überschwemmungen und gefährlichen Wetterbedingungen. Der Zivilschutz bezeichnete die Lage als „äußerst kritisch“ und bat die Bevölkerung, nicht notwendige Reisen zu vermeiden.
Besonders betroffen sind die Regionen Lissabon, Setúbal und Santarém, wo heftige Regenfälle Flüsse über die Ufer treten ließen und Straßen unpassierbar machten. Meteorologen rechnen auch in den kommenden Tagen mit weiteren Regenfronten und kräftigen Winden.
Fünf Tote und massive Stromausfälle im ganzen Land
Nach offiziellen Angaben starben mindestens fünf Menschen infolge des Sturms. Zwei Opfer wurden von umstürzenden Bäumen getroffen, andere kamen bei Haus- und Verkehrsunfällen ums Leben.
Etwa 260.000 Haushalte sind weiterhin ohne Strom, insbesondere im Süden und Westen des Landes. Der nationale Energieversorger EDP Distribuição arbeitet mit Hochdruck an der Wiederherstellung der Stromversorgung, doch viele Gebiete seien wegen Überflutungen schwer zugänglich.
Regierung kündigt Notfallmaßnahmen an
Premierminister António Costa sprach von einer „sehr schwierigen Woche“ für das Land. Die Regierung koordinierte am Freitagabend Krisenteams, um die Versorgung betroffener Regionen sicherzustellen. Außerdem sollen Hilfsgelder für die Instandsetzung von Infrastruktur und Wohnhäusern bereitgestellt werden.
Der portugiesische Wetterdienst IPMA warnte vor weiteren starken Regenfällen und setzte mehrere Küstenregionen auf Alarmstufe Orange. Auch in den Nachbarländern Spanien und Frankreich wird mit ähnlichen Wetterphänomenen gerechnet.
Experten sehen Zusammenhang mit Klimawandel
Meteorologen und Klimaexperten sehen in der Häufung solcher Extremwetterereignisse einen Zusammenhang mit dem Klimawandel. Die steigende Wassertemperatur des Atlantiks begünstige die Bildung intensiver Tiefdrucksysteme, die vermehrt zu Starkregen und Überschwemmungen führen.
Forscher fordern langfristige Anpassungsstrategien im Küstenschutz und eine Modernisierung des portugiesischen Wetternetzes, um Warnungen künftig früher aussprechen zu können.
Quellen
Portugals Behörden warnen nach heftigem Unwetter vor Überschwemmungen
Hunderttausende Haushalte nach Wintersturm “Kristin” ohne Strom