Iranische Exilgemeinden in Deutschland organisieren Großdemonstrationen, um die Bundesregierung zu einem härteren Kurs gegen das Teheraner Regime aufzufordern. Sie drücken Solidarität mit den unterdrückten Protesten im Iran aus und kritisieren die bisherige deutsche Politik als zu nachgiebig.
Hintergrund der Proteste
Seit Ende 2025 gehen Tausende im Iran gegen das Mullah-Regime auf die Straße, das mit brutaler Gewalt und Internet-Sperren reagiert. Exil-Iraner in Berlin melden für eine Demonstration am 6. Februar 2026 bis zu 20.000 Teilnehmer – ein breites Spektrum von Vereinen aus Deutschland und Europa beteiligt sich.
Javad Dabiran vom Nationalen Widerstandrat des Iran betont, dass Hoffnungen auf eine Reform des Regimes illusorisch seien. Die Diaspora fordert ein klares Bekenntnis zum Regimewechsel, unterstützt durch westliche Mächte.
Kritik an der deutschen Politik
Die Exil-Opposition wirft der Bundesregierung vor, durch Diplomatie und Wirtschaftsbeziehungen das Regime zu stützen. Trotz Sanktionen belief sich der Handel 2025 auf rund eine Milliarde Euro, oft mit humanitären Gütern, die Teheran missbrauche.
CDU-Abgeordneter Reza Asghari, selbst ehemaliges Gefängnisopfer des Regimes, unterstützt die Forderung nach einem Ende der Appeasement-Politik. Er und andere wie Omid Nouripour (Grüne) mahnen zu unmittelbaren Schritten.
Konkrete Forderungen
- Abschluss diplomatischer Beziehungen und Schließung iranischer Botschaften in der EU.
- Strengere Sanktionen gegen die Islamischen Revolutionsgarden (IRG), nun EU-weit als Terrorgruppe eingestuft.
- Einfrieren von Vermögen, Einreiseverbote und Sicherung von Beweisen für spätere Prozesse.
Die Bundesregierung hält minimale Konsularbeziehungen für notwendig, um Bürger zu schützen. Dennoch wächst der Druck durch Exilgruppen.
Herausforderungen in der Diaspora
Trotz Einigkeit gegen das Regime ist die iranische Diaspora zerstritten, was vergangene Aufstände schwächte. Umfragen zeigen: 90 Prozent der Iraner wollen Demokratie, doch Einheit fehlt im Exil.
Hoffnungen richten sich teils auf Reza Pahlavi, Sohn des letzten Schahs, als Übergangsfigur – kontrovers diskutiert.
Ausblick
Die Demonstrationen könnten die deutsche Iran-Politik nachhaltig beeinflussen, besonders unter der US-Präsidentschaft von Donald Trump. Exil-Iraner sehen hier eine Chance für härteren internationalen Druck.