Das Bonner Landgericht hat den bekannten Kinderpsychiater Michael Winterhoff kürzlich zu einer Freiheitsstrafe von neun Monaten auf Bewährung verurteilt. Dies markiert das Ende eines langwierigen Prozesses um Vorwürfe der Körperverletzung.
Das Urteil gegen Michael Winterhoff
Michael Winterhoff wurde in sieben Fällen der vorsätzlichen Körperverletzung und weiteren fahrlässiger Körperverletzung für schuldig gesprochen. Die Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich eine Haftstrafe von drei Jahren und neun Monaten gefordert, da er Kindern und Jugendlichen das Medikament Pipamperon ohne medizinische Notwendigkeit verschrieben haben soll. Das Gericht reduzierte die Strafe auf Bewährung, während Michael Winterhoff die Vorwürfe stets bestritten hat.
Hintergrund des Prozesses
Der Prozess gegen Michael Winterhoff begann im Februar 2025 und zog sich über ein Jahr hin. Ihm wurden zunächst in 36 Fällen gefährliche Körperverletzung vorgeworfen, wobei 26 Fälle abgetrennt wurden. Enthüllungen von WDR und Süddeutscher Zeitung im Jahr 2021 hatten die Ermittlungen ausgelöst, die ein fragwürdiges System mit Psychopharmaka in Heimen aufdeckten.
Reaktionen und Konsequenzen
Die Nebenkläger und Opferverbände äußern sich enttäuscht über das milde Urteil, da es dem Leid der Betroffenen kaum gerecht werde. Michael Winterhoff hatte nach medialer Berichterstattung seine Praxis aufgegeben und fühlte sich bedroht. Die Debatte um seine Erziehungsratgeber wie „Warum unsere Kinder Tyrannen werden“ flammt erneut auf.
Quellen
Er handelte in „heilender Absicht“
Der Prozess, den alle verloren haben