Ein internationales Forscherteam hat in Afrika die bislang ältesten Hinweise auf Feuerbestattungen entdeckt. Die Knochenfunde stammen aus einer rund 9500 Jahre alten Grabstätte, die zeigt, dass bereits Jäger und Sammler dieser Epoche ihre Toten verbrannten. Der Fund liefert neue Erkenntnisse über die kulturellen Praktiken und spirituellen Vorstellungen früher Gesellschaften auf dem afrikanischen Kontinent.
Archäologische Hinweise auf ein komplexes Ritual
Die bei Ausgrabungen entdeckten verkohlten Knochenfragmente weisen darauf hin, dass die Toten absichtlich eingeäschert wurden. Laut den Forschern erforderten die Errichtung eines Scheiterhaufens und die präzise Temperaturkontrolle ein bemerkenswertes technisches Wissen. Das weist auf eine hochentwickelte rituelle Praxis hin, die weit mehr war als eine bloße Entsorgung der Verstorbenen.
Bedeutung des Fundes für die Forschung
Feuerbestattungen galten bislang vor allem als eine spätere Entwicklung in der Menschheitsgeschichte. Der Fund zwingt Archäologen nun dazu, die bisherigen Theorien über Begräbnisrituale und soziale Strukturen früher Menschengruppen zu überdenken. Solche Rituale deuten auf komplexe soziale Organisation und möglicherweise spirituelle Glaubenssysteme hin, die deutlich älter sind als bislang angenommen.
Vergleich mit anderen Fundorten
Ähnliche Funde von Scheiterhaufen wurden bisher nur in Europa und Asien dokumentiert – meist deutlich jünger als jener Fund in Afrika. Damit erweitert sich das geografische und zeitliche Spektrum frühmenschlicher Bestattungskultur erheblich. Der afrikanische Fund könnte künftig als Referenzpunkt für die Erforschung von Ritual- und Feuerkultur in prähistorischen Gesellschaften dienen.
Quellen
Forscherteam entdeckt ältesten Scheiterhaufen in Afrika
Afrikas ältester Scheiterhaufen entdeckt