In der Silvesternacht hat sich vor der Küste Gambias eine schwere Bootskatastrophe ereignet. Nach Angaben der örtlichen Behörden kenterte ein mit mehr als 200 Menschen überfülltes Boot nur wenige Kilometer vor dem Hafen von Banjul. Mindestens 31 Menschen kamen dabei ums Leben, während knapp 100 Überlebende gerettet werden konnten. Dutzende Passagiere gelten weiterhin als vermisst. Rettungskräfte und Fischer aus der Region beteiligten sich an der Suche nach Überlebenden.
Ziel Europa – Flucht über gefährliche Routen
Ersten Berichten zufolge befanden sich an Bord des Bootes vor allem Menschen aus Gambia und den Nachbarstaaten Senegal, Guinea und Sierra Leone. Sie wollten vermutlich über den Atlantik Richtung Kanarische Inseln fliehen – eine der gefährlichsten Routen nach Europa. Immer wieder nehmen Migrantinnen und Migranten diese riskante Reise auf sich, um Krieg, Armut und politischer Instabilität zu entkommen.
Internationale Trauer und Kritik an EU-Migrationspolitik
Die Vereinten Nationen, das UNHCR sowie mehrere Hilfsorganisationen zeigten sich tief betroffen über das Unglück. Gleichzeitig erneuerten sie ihre Kritik an den restriktiven Migrations- und Grenzschutzmaßnahmen der Europäischen Union. „Solche Tragödien sind das Ergebnis fehlender sicherer Fluchtwege“, erklärte ein Sprecher der Internationalen Organisation für Migration (IOM).
Gedenkveranstaltungen und Hilfe für Überlebende
In Gambia wurden landesweit Trauerfeiern für die Opfer angekündigt. Freiwillige und Hilfsorganisationen kümmern sich um die medizinische und psychologische Betreuung der Überlebenden. Viele von ihnen sind in kritischem Zustand. Die Regierung versprach, die Ursachen des Unglücks aufzuklären und Maßnahmen zu prüfen, um ähnliche Katastrophen künftig zu verhindern.
Quellen
Mindestens 31 Tote nach Untergang eines Flüchtlingsboots vor Gambia
31 Tote bei Schiffsunglück mit Migranten vor Gamia am Neujahrstag