Nach Berichten der Vereinten Nationen (UN) sind im Sudan innerhalb von nur drei Tagen über 10.000 Menschen vor anhaltenden Kämpfen geflohen. Besonders betroffen sind die südlichen und östlichen Regionen des Landes, wo sich die Gewalt zwischen den rivalisierenden Kräften weiter verschärft hat.
Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) suchen viele der Vertriebenen derzeit Schutz in improvisierten Lagern, während andere in benachbarte Regionen fliehen. Die humanitäre Lage gilt als äußerst angespannt.
Schwere Kämpfe verschärfen die Krise
Seit April 2023 dauern im Sudan die Kämpfe zwischen der Armee unter General Abdel Fattah al-Burhan und den paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) an. Die Fronten sind unübersichtlich, und immer wieder kommt es zu Gefechten in dicht besiedelten Gebieten.
Die erneuten Auseinandersetzungen im Süden und Osten haben zahllose Familien zur Flucht gezwungen. Hilfsorganisationen berichten von dramatischen Zuständen – vielerorts fehlt es an Wasser, Lebensmitteln und medizinischer Versorgung.
UN warnt vor wachsender humanitärer Katastrophe
Laut einem Bericht des UN-Büros für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) sind inzwischen mehr als 10 Millionen Menschen innerhalb des Landes vertrieben. Das entspricht fast einem Viertel der sudanesischen Bevölkerung.
UN-Vertreter riefen die Konfliktparteien erneut zu einem Waffenstillstand und ungehindertem humanitären Zugang auf. Zudem wird internationale Unterstützung dringend benötigt, um eine weitere Eskalation zu verhindern.
Regionale Folgen und internationale Reaktionen
Die Nachbarstaaten, darunter Tschad, Südsudan und Äthiopien, sind bereits stark durch frühere Flüchtlingsbewegungen belastet. Internationale Beobachter warnen davor, dass die aktuelle Vertreibungswelle die Stabilität der gesamten Region gefährden könnte.
Die Europäische Union sowie die Afrikanische Union haben zu sofortigen Friedensverhandlungen aufgerufen. Auch Deutschland beteiligte sich an humanitären Hilfsmaßnahmen und forderte ein Ende der Gewalt.
Quellen
Mehr als 10.000 Menschen innerhalb von drei Tagen vertrieben
Sudan: Verschärfte Feindseligkeiten führen zu neuen Vertreibungen und mehr Opfern

