Die USA und Russland liefern sich einen intensiven Wettstreit um geopolitischen Einfluss in den Sahelstaaten Mali, Niger und Burkina Faso, wo militärische Juntas seit Putschen von 2020 bis 2023 die Macht übernommen haben. Diese Länder haben sich von Frankreich und früheren westlichen Partnern abgewandt, die Allianz der Sahelstaaten (AES) gegründet und wenden sich nun Russland zu, während die USA unter Präsident Trump ihren Kurs anpassen.
Hintergrund der Sahelkrise
Die Sahelregion kämpft seit Jahren mit anhaltender Unsicherheit durch islamistische Gruppen wie IS und Al-Qaida-Ableger, was zu einer Welle von Putschen führte. Mali, Niger und Burkina Faso haben ECOWAS verlassen und die AES-Allianz geschaffen, um Souveränität zu stärken und gemeinsame Sicherheitskräfte aufzubauen. Diese Entwicklung hat ein Vakuum geschaffen, das Russland und die USA nun ausfüllen wollen.
Russlands wachsende Präsenz
Russland hat seine militärische Präsenz durch das Africa Corps ausgebaut und liefert Waffen, Ausbildung sowie Truppen in Mali und Niger. Im April 2025 trafen die AES-Außenminister Sergei Lawrow in Moskau, um strategische Partnerschaften zu vertiefen; ein Verteidigungsabkommen folgte im August 2025. Moskau nutzt dies, um westlichen Einfluss zu verdrängen und Ressourcen wie Gold und Uran zu sichern.
US-Strategiewechsel unter Trump
Die Trump-Administration signalisiert einen Pragmatismuswechsel: Demokratie und Menschenrechte rücken in den Hintergrund, stattdessen priorisiert Washington Sicherheit und Rohstoffzugang. Im Februar 2026 besuchte US-Diplomat Nick Checker Mali, um eine “neue Richtung” zu definieren und Kooperationen mit AES-Staaten anzukündigen. Dies zielt darauf ab, Russlands Vormarsch zu kontern, etwa durch Militärhilfe im Tausch gegen Bergbaurechte.
Implikationen für die Region
Die AES-Staaten stärken ihre Autonomie mit russischer Hilfe, während US-Engagement wirtschaftliche Interessen bedient. Experten warnen vor einer Vertiefung der Instabilität, da Juntas Opposition unterdrücken und Jihadisten trotz Unterstützung aktiv bleiben. Der Konflikt könnte Migration nach Europa befeuern und NATO-Südflanke bedrohen.
Quellen
Die USA und Russland wetteifern um Einfluss in Mali, Niger und Burkina Faso.
Drei westafrikanische Militärjuntas haben sich Russland zugewandt. Nun wollen die USA mit ihnen in Kontakt treten.