Am Freitagabend (Ortszeit) versammelten sich in der Innenstadt von Los Angeles rund 200 Demonstrierende, um gegen die US-Einwanderungs- und Zollbehörde ICE (Immigration and Customs Enforcement) zu protestieren. Laut lokalen Medienberichten verliefen die Kundgebungen über Stunden hinweg friedlich. Ziel des Protests war es, auf die umstrittene Abschiebepolitik der US-Regierung aufmerksam zu machen.
Einsatzkräfte greifen durch
Die Situation geriet außer Kontrolle, als Demonstrantinnen und Demonstranten vor dem Metropolitan Detention Center, einem Bundesuntersuchungsgefängnis in Downtown Los Angeles, sowie einem angrenzenden Gebäude Barrikaden errichteten. Polizei und Bundesbeamte rückten daraufhin vor, um die Zugänge freizuhalten. Nach Angaben der Behörden setzten Einsatzkräfte Reizgas ein, um die Menge auseinanderzutreiben.
Augenzeugen dokumentierten die Szenen in sozialen Netzwerken – zu sehen waren chaotische Zustände, hustende Demonstrierende und dicht aufgestellte Polizeikräfte in Schutzkleidung.
Reaktionen aus Politik und Gesellschaft
Vertreter*innen von Bürgerrechtsorganisationen verurteilten den Einsatz scharf. Eine Sprecherin der Initiative “Justice for Immigrants LA” sprach von einem „unverhältnismäßigen Vorgehen“ und forderte eine Untersuchung des Polizeieinsatzes. Behördenvertreter rechtfertigten hingegen das Vorgehen als „notwendig zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung“.
In lokalen Medien wurde berichtet, dass mehrere Personen kurzzeitig festgenommen wurden. Über Verletzte lagen zunächst keine gesicherten Informationen vor.
Hintergrund: Kritik an ICE nimmt zu
Die US-Einwanderungs- und Zollbehörde steht seit Jahren in der Kritik, insbesondere wegen der umstrittenen Abschiebepraxis und der Behandlung von Migrantinnen und Migranten in Haftlagern. In mehreren Städten der USA finden regelmäßig Protestaktionen gegen ICE statt – häufig begleitet von Spannungen zwischen Aktivist*innen und Sicherheitskräften.
Quellen
Anti-ICE-Protest in Los Angeles eskaliert
Festnahmen nach Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizisten in DTLA nach „ICE Out”-Protest