Die Europäische Union und das südamerikanische Bündnis Mercosur (Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay) haben am 17. Januar 2026 in Asunción, Paraguay, ihr lang verhandeltes Freihandelsabkommen feierlich unterzeichnet. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen betonte, dass damit die größte Freihandelszone der Welt mit rund 700 Millionen Menschen und einem globalen BIP-Anteil von fast 20 Prozent geschaffen werde. Die Zeremonie sah die Teilnahme von Präsidenten wie Javier Milei (Argentinien) und Gastgeber Santiago Peña sowie Vertretern aus Brasilien und Uruguay.
Langer Verhandlungsweg
Nach über 25 Jahren intensiver Gespräche stimmte der EU-Rat am 9. Januar 2026 mehrheitlich der Unterzeichnung zu, trotz Gegenstimmen aus Ländern wie Frankreich und Österreich. Zuvor wurde ein politisches Abkommen im Dezember 2024 erzielt, gefolgt von Vorschlägen der EU-Kommission im September 2025. Das Abkommen umfasst ein Interims-Handelsabkommen (IHA) für den Handel sowie ein umfassendes Partnerschaftsabkommen (EMPA) mit politischer und sektoraler Kooperation.
Wirtschaftliche Auswirkungen
Der Deal schafft einen Markt mit einer Wirtschaftsleistung von rund 22 Billionen US-Dollar und eliminiert Zölle auf 93 Prozent der Waren, was EU-Exporte in die Region um bis zu 39 Prozent steigern könnte. Besonders betroffen sind Branchen wie Industrie, Landwirtschaft (z. B. Rindfleisch, Geflügel aus Mercosur) und Rohstoffe, mit potenziell 440.000 neuen Jobs in der EU. Kritiker befürchten jedoch Umwelt- und Agrarschäden, während Befürworter den Deal als Signal gegen Protektionismus sehen.
Trumps Schatten über der Zeremonie
Die Unterzeichnung wurde von der protektionistischen Handelspolitik des US-Präsidenten Donald Trump überschattet, deren Zollpläne Unsicherheit in Europa und Lateinamerika schaffen. Brasiliens Außenminister Mauro Vieira nannte das Abkommen ein Bollwerk gegen solche Tendenzen, während von der Leyen fairen Handel statt Isolation betonte. Experten wie Gabriel Felbermayr sehen den Zeitpunkt als strategisch günstig angesichts des Wettbewerbs mit China und den USA. Das Abkommen bedarf noch der Zustimmung des EU-Parlaments zur vollen Inkrafttreten.
Quellen
EU und Mercosur unterzeichnen Freihandelsabkommen
Handelsabkommen EU-Mercosur