31.10.2026
5 Minuten Lesezeit

Halloween als Fernsehmoment: Savannah Guthrie und Jenna Bush Hager verwandeln sich in Rachel und Phoebe

halloween-rachel-phoebe-friends
© 2026 Ndz/star Max/Getty Images

Halloween war bei „Today“ in diesem Jahr mehr als eine Gelegenheitfür schnelle Kostüme: Savannah Guthrie und Jenna Bush Hager verwandelten sich in Rachel Green und Phoebe Buffay aus „Friends“ – und trafen damit einen Nerv, der weit über den Feiertag hinausgeht. Die beiden Moderatorinnen erschienenam 30. Oktober 2026 im Rahmen einer NBC-Halloween-Party, mit der der Sender zugleich auf sein hundertjähriges Jubiläum anspielte. Während Guthrie als Rachel auftrat, schlüpfte Bush Hager in die Rolle der eigenwilligen Phoebe, komplett mit Gitarre und einem Auftritt, der an „Smelly Cat“ erinnerte.

Was auf den ersten Blick wie eine charmante Fernsehveranstaltung wirkt, ist bei genauerem Hinsehen ein geschickter kultureller Moment. „Friends“ gehört zu jenen Serien, die längst nicht mehr nur Nostalgie auslösen, sondern als visuelle Sprache funktionieren. Rachel und Phoebe stehen für zwei sehr unterschiedliche Versionen der Neunziger: die polierte, städtische Rachel einerseits, die bohemische, unangepasste Phoebe andererseits. Dass ausgerechnet zwei erfahrene TV-Moderatorinnen diese Paarung wählen, macht die Kostüme zu mehr als einer Verbeugung vor einer alten Serie.

Warum gerade „Friends“ funktioniert

Die Stärke der Verwandlung liegt in ihrer sofortigen Erkennbarkeit. Guthrie wählte für Rachel ein ärmelloses Denim-Hemd, eine Schürze und schwarze Strumpfhosen – Elemente, die den Charakter in seiner frühen, leicht unbeholfenen Kellnerinnen-Phase einfangen. Bush Hager dagegen setzte auf eine bohemische Bluse, lange blonde Haare und die Gitarre als unverkennbares Requisit. So entstand kein bloßes Kostüm, sondern eine kleine Erzählung: zwei Freundinnen, zwei gegensätzliche Welten, eine gemeinsame Erinnerung.

Gerade Halloween lebt von solchen Wiedererkennungseffekten. Ein gutes Kostüm muss nicht perfekt sein; es muss eine Idee sofort vermitteln. Bei Rachel genügt die Kombination aus Apron, Denim und Neunziger-Styling, um Assoziationen zu wecken. Bei Phoebe ist es die Mischung aus Muster, Lässigkeit und musikalischer Selbstironie. Die beiden Darstellungen funktionieren deshalb, weil sie nicht versuchen, Jennifer Aniston oder Lisa Kudrow zu kopieren, sondern die Essenz ihrer Figuren übersetzen.

Eine Freundschaft, die man sehen kann

Der eigentliche Reiz liegt jedoch in der Chemie zwischen Guthrie und Bush Hager. Bush Hager teilte die Bilder später mit der Botschaft „The Rachel to my Phoebe“ – ein kurzer Satz, der viel über ihre öffentliche Dynamik aussagt. Es ist keine bloße Kollegialität, sondern eine inszenierte, aber glaubwürdige Freundschaft, die seit Jahren Teil ihrer gemeinsamen Auftritte ist. Genau diese Vertrautheit macht Halloween-Kostüme im Fernsehen unterhaltsam: Das Publikum sieht nicht nur zwei Prominente in Verkleidung, sondern zwei Menschen, die offensichtlich Spaß daran haben, gemeinsam eine Rolle zu spielen.

Diese Art von Auftritt hat im Daytime-Fernsehen einen besonderen Wert. Morning Shows verkaufen nicht primär Nachrichten, sondern Vertrautheit. Zuschauerinnen und Zuschauer entscheiden sich oft für ein Format, weil sie die Moderatoren kennen, mögen und als verlässliche Begleiter erleben. Halloween bietet dafür eine seltene Gelegenheit, die sonst eher seriöse Bühne für einen Moment spielerisch zu öffnen. Guthrie und Bush Hager nutzen diese Gelegenheit seit Jahren konsequent – und haben daraus fast eine eigene Tradition gemacht.

Die Tradition hinter dem Kostüm

halloween-rachel-phoebe-friends

Die „Friends“-Verwandlung ist kein Einzelfall. Bereits 2021 erschienen die beiden als Dallas-Cowboys-Cheerleaderinnen, ein Auftritt, der bei Bush Hager angeblich sogar eine persönliche Fitness-Motivation auslöste. 2025 folgte eine weitere popkulturelle Doppelrolle: Bush Hager als Anna Wintour, Guthrie als Miranda Priestly aus „Der Teufel trägt Prada“. Diese Auswahl war ebenso klug wie witzig, weil sie zwei Ikonen der Mode- und Medienwelt zusammenbrachte, deren Strenge und Glamour sich hervorragend für eine Halloween-Parodie eignen.

Solche wiederkehrenden Kostüm-Momente haben eine strategische Nebenwirkung: Sie erzeugen Erwartung. Wer die Moderatorinnen über Jahre hinweg bei aufwendigen Verkleidungen erlebt hat, schaut im nächsten Oktober bewusst hin. Halloween wird damit zu einem kleinen saisonalen Ereignis im TV-Kalender – vergleichbar mit speziellen Weihnachtssendungen oder Jahresrückblicken. Der Unterschied: Bei Halloween darf die Show experimentieren, überzeichnen und sich selbst nicht allzu ernst nehmen.

NBC feiert sich selbst

Der Rahmen dieses Jahres verstärkte die Wirkung zusätzlich. Die „Today“-Show nutzte Halloween, um die bevorstehende Hundertjahrfeier von NBC zu zelebrieren. Die Sendung führte durch verschiedene Stationen der Sendergeschichte: von „Saturday Night Live“ über „I Dream of Jeannie“ bis hin zu „The Tonight Show“. Guthrie trat zunächst als NBC Page auf, bevor die Szene in das fiktive Central Perk wechselte, wo Rachel und Phoebe auftauchten.

Das ist mehr als bloße Dekoration. Für einen Sender, der seit einem Jahrhundert Fernsehgeschichte mitgeschrieben hat, sind Figuren wie Rachel und Phoebe lebendige Markenwerte. „Friends“ lief von 1994 bis 2004 bei NBC und gehört zu den Serien, die das Bild des amerikanischen Fernsehens in den Neunzigern geprägt haben. Indem die Show diese Welt auf der Bühne wiederbelebte, verband sie ältere Zuschauer mit ihren eigenen Erinnerungen und jüngere mit einem Kulturgut, das sie häufig über Streaming kennen.

Warum Nostalgie so gut ankommt

Halloween ist in den letzten Jahren zunehmend zu einer Bühne für Popkultur-Zitate geworden. Statt nur Grusel oder Horror dominieren inzwischen Figuren, die sofort Emotionen auslösen: Filmheldinnen, Musiklegenden, Seriencharaktere und Medienikonen. Rachel und Phoebe passen perfekt in dieses Muster, weil sie nicht nur bekannt, sondern auch emotional besetzt sind. Rachel steht für Wachstum, Selbstfindung und Stilwandel. Phoebe verkörpert Freiheit, Exzentrik und die Berechtigung, anders zu sein.

Diese Ambivalenz erklärt, warum die Kostüme so gut funktionieren. Sie sind nicht nur hübsch, sondern erzählen etwas über weibliche Rollenbilder. Rachel beginnt die Serie als Kellnerin mit unsicherem Lebensplan und entwickelt sich zu einer selbstbewussten berufstätigen Frau. Phoebe bleibt dagegen konsequent außerhalb konventioneller Erwartungen – und wird gerade dafür geliebt. Dass zwei reale Moderatorinnen diese Rollen übernehmen, erzeugt eine zusätzliche Ebene: Sie spielen nicht einfach Kostüm, sondern verkörpern zwei mögliche Arten, öffentlich sichtbar zu sein.

Mode, die über den Feiertag hinausgeht

Ein weiterer Grund für die anhaltende Faszination liegt in der Kleidung selbst. Rachels Neunziger-Look wirkt heute erstaunlich aktuell: Denim, schlichte Basics, Strumpfhosen und dezente Schürzen-Ästhetik lassen sich problemlos in moderne Alltagsoutfits übersetzen. Phoebes Stil dagegen lebt von Mustern, Schichtungen, auffälligen Accessoires und einer gewissen bewussten Unordnung. Beide Ansätze sind im heutigen Modebild präsent, sei es als Retro-Revival, als Boho-Referenz oder als bewusster Kontrast zu stark polierten Social-Media-Looks.

Halloween funktioniert hier als Testlabor. Was zunächst als Verkleidung beginnt, kann am nächsten Tag zum echten Stilimpuls werden. Eine Denim-Bluse, schwarze Strumpfhose und ein einfaches Apron-Element müssen nicht im Büro getragen werden, um inspirationstauglich zu sein. Ebenso kann eine bohemische Bluse mit modernen Jeans oder Stiefeln kombiniert werden, ohne dass der Look karnevalistisch wirkt. Genau darin liegt der Unterschied zwischen einem flachen Kostüm und einem stilistisch tragfähigen Zitat.

Was dieser Auftritt für die Zukunft bedeutet

Der Auftritt zeigt auch, wie wichtig Live-Fernsehen weiterhin sein kann, wenn es gelingt, Momente zu schaffen, die man teilen möchte. Ein Kostüm allein erzeugt keine Aufmerksamkeit. Erst die Kombination aus Vertrautheit, Humor, Nostalgie und einem klaren kulturellen Bezug macht daraus ein Gesprächsthema. Guthrie und Bush Hager haben verstanden, dass Halloween im Fernsehen weniger um Schrecken geht als um gemeinsame Erinnerung.

Für NBC könnte dieser Ansatz künftig noch wichtiger werden. In einer Medienlandschaft, in der Inhalte ständig verfügbar sind, braucht klassisches Fernsehen Anlässe, die sich nicht einfach später nachholen lassen. Eine gemeinsame Halloween-Show, ein Überraschungsauftritt oder eine sorgfältig inszenierte Serien-Kollision schafft genau das: einen Moment, der gleichzeitig live, emotional und teilbar ist. Die „Friends“-Hommage war deshalb kein zufälliger Gag, sondern ein Beispiel dafür, wie Tradition, Moderation und Popkultur zusammenwirken können.

Mehr als eine Verkleidung

Am Ende bleibt ein einfacher, aber wirkungsvoller Eindruck: Halloween kann Erinnerungen lebendig halten, ohne altmodisch zu wirken. Savannah Guthrie und Jenna Bush Hager haben mit Rachel und Phoebe gezeigt, dass gute Kostüme nicht aufwendig sein müssen, um Wirkung zu entfalten. Sie brauchen eine klare Idee, eine echte Verbindung zwischen den Personen und ein Publikum, das die Referenz sofort versteht.

Genau deshalb wird dieser Auftritt wahrscheinlich länger in Erinnerung bleiben als viele aufwendigere Halloween-Kreationen. Er verbindet zwei Freundinnen, zwei Kultfiguren und eine Fernsehtradition, die seit Jahrzehnten funktioniert. Und er beweist, dass der beste Teil von Halloween oft nicht der Schrecken ist – sondern die Freude, für einen Moment jemand anderes zu sein.

Quellen

Savannah Guthrie & Jenna Bush Hager haben die Halloween-Kostüme von Rachel und Phoebe aus „Friends“ perfekt getroffen
Die „Today Show“ feiert 100 Jahre NBC-Geschichte mit spektakulären Halloween-Kostümen, die von „Friends“, „SNL“ und anderen Serien inspiriert sind

binance-hack-milliardendiebstahl-kryptobörse
Vorherige Geschichte

Binance-Hack: Milliardendiebstahl stellt die größte Kryptobörse der Welt auf die Probe

harry-kane-ballon-dor
Nächste Geschichte

Nur 28 Punkte: Wie Harry Kane den Ballon d’Or gegen Kylian Mbappé holte – und warum diese Wahl Fußball verändert

Neueste von Blog

Geh zuOben