Die venezolanische Oppositionsführerin María Corina Machado hat bei einem Besuch in Washington Gespräche mit dem US-Außenminister Marco Rubio geführt. Das Treffen fand laut US-Medienberichten im Rahmen einer diplomatischen Offensive der venezolanischen Opposition statt, um internationale Unterstützung für demokratische Reformen in Venezuela zu sichern. Machado betonte dabei die Bedeutung eines klaren politischen Übergangs und einer freien, fairen Präsidentschaftswahl.
Scharfe Kritik an der Übergangsführung
Vor Journalisten äußerte Machado deutliche Zweifel an der „Vertrauenswürdigkeit und Transparenz“ der Interims-Präsidentin Corina Yoris Rodríguez, die nach dem politischen Machtvakuum im vergangenen Jahr die Amtsgeschäfte übernommen hatte. „Wir müssen sicherstellen, dass niemand, der in einer Übergangsposition steht, die Hoffnungen der Venezolaner verrät“, sagte Machado laut einem Bericht der Zeitung El Nacional (Stand: 28. Januar 2026).
Beobachter interpretieren Machados Aussagen als Zeichen wachsender Spannungen innerhalb der venezolanischen Opposition. Während Rodríguez von gemäßigten Kräften unterstützt wird, steht Machado für einen konfrontativeren Kurs gegen das Erbe der Maduro-Regierung.
US-Unterstützung für demokratischen Wandel
US-Außenminister Rubio bekräftigte nach dem Treffen, die Vereinigten Staaten stünden „an der Seite jener Venezolaner, die für Demokratie, Menschenrechte und institutionelle Reformen eintreten“. Laut einem Statement des US-Außenministeriums vom 27. Januar 2026 berieten beide Seiten über Möglichkeiten, die Zusammenarbeit im Bereich humanitärer Hilfe und Wahlbeobachtung zu vertiefen.
Hintergrund: Politische Unsicherheit in Venezuela
Nach dem Rücktritt von Nicolás Maduro im vergangenen Jahr und dem darauffolgenden politischen Chaos war Rodríguez zur Interimspräsidentin ernannt worden, um den Übergangsprozess zu leiten. Ihr Mandat ist jedoch von internen Machtkämpfen, Korruptionsvorwürfen und unklaren Wahlvorbereitungen überschattet. Machados Kritik könnte daher ein Versuch sein, ihre eigene politische Position vor den nächsten Wahlen im Jahr 2026 zu festigen.
Quellen
Machado stellt Vertrauenswürdigkeit von Übergangspräsidentin Rodríguez infrage
Rodríguez übernimmt Oberbefehl über venezolanisches Militär