Washington, D.C. – US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, das renommierte John F. Kennedy Center for the Performing Arts für einen Zeitraum von zwei Jahren schließen zu lassen. Der offizielle Grund: umfassende Renovierungsmaßnahmen am denkmalgeschützten Gebäude, das seit 1971 als nationales Kulturzentrum und Gedenkstätte an Präsident John F. Kennedy dient.
Bereits 2019 hatte Trump öffentlich Pläne vorgestellt, das Center umbenennen zu lassen, um seinen eigenen Namen mit dem historischen Bauwerk zu verbinden – eine Idee, die landesweit heftige Reaktionen auslöste. Künstler, kulturelle Institutionen und Bürgerrechtsgruppen kritisierten den Vorschlag scharf und bezeichneten ihn als Versuch, ein nationales Kulturerbe zu „privatisieren“.
Künstler protestieren gegen Trumps Namensinitiative
Trotz erheblicher Proteste ließ die Verwaltung des Centers im Jahr 2025 vorübergehend eine Sondertafel mit der Aufschrift „Trump-Kennedy Center“ anbringen. Dies wurde von zahlreichen Künstlern als Provokation empfunden. Mehrere renommierte Musiker und Theatergruppen sagten daraufhin ihre geplanten Auftritte ab, um gegen die politische Instrumentalisierung des Hauses zu demonstrieren.
„Das Kennedy Center ist ein Symbol für kulturelle Vielfalt und Offenheit. Es gehört nicht einer Person, sondern der ganzen Nation“, erklärte die Schauspielerin Meryl Streep in einem Statement gegenüber der Washington Post.
Umfangreiche Sanierung – oder politisches Manöver?
Laut den offiziellen Angaben des Weißen Hauses sollen mit dem zweijährigen Umbau Brandschutzanlagen modernisiert, die Akustik verbessert und neue Sicherheitsstandards umgesetzt werden. Kritiker vermuten jedoch, dass hinter dem Renovierungsvorhaben politische Motive stehen.
Einige Beobachter deuten die Maßnahme als Versuch, kritische Kulturveranstaltungen vorübergehend zu unterbinden oder den Einfluss konservativer Programme im Kultursektor zu stärken.
Historische Bedeutung des Kennedy Centers
Das Kennedy Center gilt als eines der wichtigsten Kulturhäuser der Vereinigten Staaten. Es steht für internationale Kooperation und fördert zahlreiche Austauschprogramme mit Künstlerinnen und Künstlern aus aller Welt. Die Schließung für zwei Jahre könnte laut Brancheninsidern erhebliche Auswirkungen auf den Theater- und Konzertbetrieb in der US-Hauptstadt haben.
Quellen
Trump macht berühmtes Kennedy Center in Washington zwei Jahre dicht
Trump will Kennedy Center wegen Renovierungsarbeiten schließen – trotz Gegenwind von Künstlern

