Ein US-Einwanderungsgericht in Boston hat die Abschiebung der türkischen Doktorandin Rumeysa Öztürk gestoppt. Die 30-jährige Studentin an der Tufts University geriet ins Visier der Trump-Regierung, nachdem sie einen Leitartikel in der Unizeitung mitverfasst hatte, der die Haltung der Universität zum Gaza-Krieg kritisierte. Im März 2025 nahmen vermummte Agenten der ICE-Einwanderungsbehörde sie auf offener Straße in Massachusetts fest und widerriefen ihr Studentenvisum.
Der Gerichtsentscheid
Der Richter stellte das Abschiebeverfahren ein, da das Heimatschutzministerium (DHS) die rechtlichen Voraussetzungen nicht ausreichend belegen konnte. Öztürk, eine Fulbright-Stipendiatin im Fach Kinderentwicklung, war 45 Tage in einem Abschiebezentrum inhaftiert, bevor ein Bundesrichter ihre Freilassung anordnete. Die ACLU-Anwälte betonen, dass der Fall Verletzungen der First-Amendment-Rechte und des Rechtsschutzes darstellt.
Reaktionen und Kontext
Öztürk erklärte erleichtert: „Heute atme ich auf, dass mein Fall Hoffnung für andere geben kann, denen von der US-Regierung Unrecht geschah.“ Heimatschutzministerin Kristi Noem kritisierte das Urteil scharf als „Justizaktivismus“ und warnte vor Missbrauch der Meinungsfreiheit für „antisemitische Gewalt“. Der Fall ist ein Markstein in den Bemühungen der Trump-Administration gegen pro-palästinensische ausländische Studierende; eine Berufung bleibt möglich.
Quellen
US-Gericht stoppt Abschiebung von türkischer Studentin
„Heute atme ich erleichtert auf“: US-Gericht stoppt Abschiebung von türkischer Doktorandin nach Israel-Kritik