Nach dem militärischen Eingreifen in Venezuela haben die Vereinigten Staaten angekündigt, das südamerikanische Land vorerst selbst zu regieren. Laut einer Erklärung aus dem Weißen Haus wolle man „politische Stabilität und wirtschaftliche Erneuerung“ sicherstellen, bevor die Macht an eine zivile Übergangsregierung übergeben werde.
US-Präsident Donald Trump betonte in Washington, dass die USA ihre Verantwortung „nicht an ein unsicheres politisches System“ abgeben könnten. Die Mission sei beendet, wenn Venezuela „freie und faire Wahlen“ abhalte .
Ziele: Sicherung der Ölproduktion und Wiederaufbau
Bereits kurz nach der Entmachtung von Präsident Nicolás Maduro sprach Trump von umfassenden Investitionen durch US-Ölkonzerne. ExxonMobil und Chevron sollen laut Regierungsquellen in Washington neue Förderverträge erhalten. Damit wolle die US-Regierung nicht nur Venezuelas angeschlagene Wirtschaft stabilisieren, sondern auch den Energiemarkt in der Region neu ordnen .
Wirtschaftsanalysten sehen darin sowohl eine wirtschaftliche als auch strategische Entscheidung. „Die USA sichern sich mit dieser Maßnahme zentralen Einfluss auf die weltweite Ölversorgung“, erklärte die Energieexpertin María Torres von der Universität Bogotá .
Kritik aus Lateinamerika und Europa
Mehrere lateinamerikanische Staaten, darunter Mexiko und Argentinien, haben die US-Intervention scharf kritisiert. Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) fordert eine schnelle Rückgabe der politischen Verantwortung an venezolanische Institutionen. Auch aus Europa kam Zurückhaltung: Die EU erklärte, man erwarte „Transparenz und einen klaren Zeitplan für demokratische Neuwahlen“ .
In Venezuela selbst kam es in mehreren Städten zu Protesten. Anhänger des früheren Präsidenten Maduro sprechen von einer „neuen Form der Besatzung“, während Teile der Bevölkerung auf wirtschaftliche Stabilität hoffen .
Ausblick: Übergang oder Dauerregime?
Beobachter warnen, dass die vorübergehende US-Verwaltung in Venezuela länger dauern könnte als angekündigt. Historische Vergleiche mit dem Irak oder Afghanistan zeigen, dass der Aufbau demokratischer Strukturen in Krisenstaaten oft Jahre in Anspruch nimmt.
Trump versicherte jedoch, dass Venezuela „so schnell wie möglich“ wieder souverän regieren solle – „aber diesmal ohne Korruption und Diktatur“ .
Quellen
USA wollen Venezuela vorerst selbst regieren
Maduro im New Yorker Gefängnis; Trump sagt, die USA würden Venezuela „regieren“