13 Monate nach dem Sturz von Diktator Baschar al-Assad am 8. Dezember 2024 flammt in Syriens zweitgrößter Stadt Aleppo erneut Gewalt auf. Die Regierungstruppen der islamistischen Übergangsregierung greifen kurdische Viertel wie Ashrafieh und Scheich Maksud an, was zu heftigen Gefechten mit den kurdisch geführten Syrischen Demokratischen Kräften (SDF) führt. Tausende Zivilisten, darunter über 16.000 bis 160.000 Menschen, flohen aus den umkämpften Gebieten.
Ursachen des Konflikts
Die Auseinandersetzungen entzünden sich am Scheitern eines Abkommens vom März 2025, das die Integration der SDF in die syrische Armee und die Anerkennung kurdischer Rechte vorsah. Die Übergangsregierung wirft den Kurden vor, Wohngebiete und Verkehrswege angegriffen zu haben, während die SDF zivile Viertel und eine Belagerung anprangert. Mindestens 21 bis 25 Menschen starben seit dem 7. Januar 2026, darunter Zivilisten.
Rolle der Türkei
Die Türkei unterstützt die Übergangsregierung und betrachtet die SDF als Verlängerung der verbotenen PKK-Terrororganisation. Ankara bot Drohnenhilfe und militärische Unterstützung an, um kurdische Autonomie zu verhindern und eine Pufferzone an der Grenze zu sichern. Diese Haltung vertieft den Riss, da die Türkei seit 2016 mehrmals in Nordsyrien intervenierte.
Aktuelle Lage und Ausblick
Die syrische Regierung erklärte am 9. Januar eine einseitige Waffenruhe, die die Kurden als “Kapitulationsaufforderung” ablehnten. Internationale Akteure wie die EU fordern Zurückhaltung, während humanitäre Organisationen vor einer Katastrophe warnen. Die Kämpfe könnten sich ausweiten, falls keine Einigung über Autonomie und Integration erzielt wird.
Quellen
Darum geht es bei den Kämpfen in Syrien
Übergangsregierung verkündet Waffenruhe mit Kurden in Aleppo