Mit ohrenbetäubendem Hupen und Traktorenkolonnen haben Tausende Landwirte am Dienstag vor dem EU-Parlament in Straßburg demonstriert. Ihr Ziel: ein deutliches Zeichen gegen das geplante Mercosur-Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und mehreren südamerikanischen Staaten zu setzen.
„Wir sind keine Verhandlungsmasse, sondern Rückgrat Europas“, rief einer der Redner. Auf Transparenten war zu lesen: „Es reicht!“ und „Stoppt Mercosur“.
Hintergrund: Was das Mercosur-Abkommen bedeutet
Das geplante Handelsabkommen zwischen der EU und den Mercosur-Staaten (Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay) soll den Handel mit Agrar- und Industriegütern erleichtern. Kritiker befürchten jedoch, dass es europäische Bauern benachteiligt, weil billigere Importe aus Südamerika auf den Markt drängen könnten.
Zudem gibt es Umweltbedenken: Umweltverbände warnen, dass das Abkommen die Abholzung des Regenwaldes ankurbeln könnte, während europäische Produzenten unter strengeren Auflagen leiden.
Bauern fühlen sich im Stich gelassen
Viele europäische Landwirte sehen sich von der EU-Politik im Stich gelassen. Sie beklagen, dass Klimaschutzauflagen und Preisverfall ihnen das Überleben ohnehin erschweren – da komme ein Freihandelsabkommen wie Mercosur zur völlig falschen Zeit.
Der französische Bauernverband FNSEA sprach von einem „Schlag ins Gesicht Tausender Produzenten“, während der Deutsche Bauernverband (DBV) vor einem „unfairen Wettbewerb“ warnte.
EU-Kommission verteidigt das Abkommen
Die EU-Kommission hingegen hält an den geplanten Vereinbarungen fest. Ziel sei es, neue Märkte zu öffnen, Arbeitsplätze zu sichern und internationale Partnerschaften zu stärken. Ein Sprecher betonte, dass „nachhaltige Entwicklung und faire Standards im Mittelpunkt“ stünden.
Kritiker bleiben skeptisch. Sie fordern Nachverhandlungen, um striktere Umwelt- und Sozialstandards aufzunehmen.
Quellen
Landwirte sehen sich als “Bauernopfer” von Mercosur
Tausende Bauern protestieren in Straßburg gegen den Mercosur-Deal