Dutzende Privatvillen in der Slowakei wurden mit EU-Subventionen für nachhaltigen Tourismus auf dem Land gefördert, dienen jedoch offenbar privaten Luxuszwecken. Die Affäre, die als „Hacienda-Skandal“ bekannt ist, setzt die Regierung in Bratislava unter starken Druck. Heute wird das Thema im EU-Parlament diskutiert.
EU-Gelder für falsche Zwecke
Die Gelder stammen aus Programmen zur Förderung des ländlichen Tourismus, die unter der Regierung von Premier Robert Fico vor zehn Jahren eingeführt wurden. Stattdessen entstanden Villen wie die „Villa Amonra“ im Umland von Bratislava, die mit fast 200.000 Euro aus Brüssel finanziert wurde – inklusive Pool und hohen Zäunen, aber ohne Rezeption oder Gästeübernachtungen. Nutznießer stehen oft in Verbindung zu Fico und seiner Partei, wie Anti-Korruptionsforscherin Xenia Makarova von der Stiftung „Stoppt die Korruption“ nachweist.
Politische Verbindungen und Kritik
EU-Abgeordneter Daniel Freund (Grüne) nannte es „Korruption in der Slowakei“ nach einer Inspektion vor Ort und teilte Videos in sozialen Netzwerken. Anwohner bestätigen: Keine Touristen, keine Beherbergungssteuer. Die slowakische Landwirtschaftsminister Richard Tak (Fico-Partei) spricht von Einzelfällen und verspricht strengere Richtlinien, doch Kritiker sehen systemischen Missbrauch.
Ermittlungen auf EU-Ebene
Das Europäische Amt zur Betrugsbekämpfung (OLAF) leitete Mitte Januar Untersuchungen ein, die slowakische Staatsanwaltschaft ist aktiv. Ex-Anti-Korruptionschefin Zuzana Subova warnt vor organisiertem Betrug und fordert Einfrieren der Gelder, da Aufklärung in der Slowakei stockt. Sie tritt heute im EU-Parlament auf und kritisiert Einschüchterungsversuche gegen Aktivisten.
Folgen für EU-Haushalt und Slowakei
Deutschland als größter EU-Beitragszahler finanziert solche Missstände mit, betont Subova. Oppositionsparteien fordern Reformen der Nationalen Landwirtschaftsagentur, die als „Bank für Oligarchen“ gilt. Der Skandal könnte zu Rückforderungen und politischen Turbulenzen führen.
Quellen
EU-Subvenstionsgelder für Privatvillen?
EU-Aufruf: PPPA-2026-TOURISMUS-KAPAZITÄTSBILDUNG