Europa steht vor der Herausforderung, sich von externen Abhängigkeiten zu lösen, insbesondere durch geopolitische Spannungen mit den USA unter Präsident Trump und Russland. Die EU-Kommission hat mit ihrem Arbeitsprogramm 2026 unter dem Titel „Der Moment der Unabhängigkeit Europas“ konkrete Maßnahmen vorgelegt. Diese zielen auf Stärkung in Wirtschaft, Energie, Technologie und Verteidigung ab.
Wirtschaftliche Unabhängigkeit
Die EU plant, Handelsbeziehungen zu diversifizieren und weniger einseitig auf die USA zu setzen, um wirtschaftliche Risiken zu mindern. Kritische Rohmaterialien sollen durch Programme wie „EU-Autark“ reduziert werden, um die Abhängigkeit von Importen zu verringern. Ein neues Innovationsgesetz und ein Zentrum für Rohstoffe fördern zudem die Wettbewerbsfähigkeit.
Energetische Souveränität
Wind- und Solarenergie haben 2025 erstmals mehr Strom in der EU erzeugt als fossile Brennstoffe, mit einem Rekordanteil von 30 Prozent. Bis 2027 soll die EU vollständig unabhängig von russischem Pipeline-Erdgas sein, unterstützt durch REPowerEU und den Ausbau erneuerbarer Energien. Investitionen in Energieautobahnen und Netze senken Kosten und stärken die Resilienz.
Technologische und Digitale Autonomie
Initiativen wie EuroStack zielen auf digitale Unabhängigkeit von US-Technologien ab, etwa durch eigene Cloud- und KI-Entwicklungen. Die Europäische wirtschaftliche Sicherheitsstrategie schützt vor Risiken durch Exportkontrollen und Partnerschaften. Saubere Technologien wie Batterie-Booster fördern die Kreislaufwirtschaft.
Verteidigung und Sicherheit
Die EU strebt mehr Autonomie an, mit gemeinsamer Beschaffung, Drohnenabwehr und Grenzschutz durch Frontex. Angesichts US-Prioritätenwechsel fordert man höhere Verteidigungsausgaben und eine „Europa-Armee“-Option. Dies soll die NATO ergänzen, nicht ersetzen.
Durch diese Maßnahmen positioniert sich Europa als souveräner Akteur, wobei Umsetzung harte Arbeit erfordert.
Quellen
Wie wird Europa unabhängiger?
Arbeitsprogramm 2026 der Europäischen Kommission