Frankreichs Präsident Emmanuel Macron plant ein komplettes Verbot sozialer Medien für Jugendliche unter 15 Jahren, orientiert am Vorbild Australiens. Laut Medienberichten wie Le Monde und France Info soll das Gesetzgebungsverfahren Anfang Januar 2026 starten, mit Inkrafttreten im September desselben Jahres. Macron hat soziale Medien als Ursache von Gewalt unter Jugendlichen bezeichnet und kündigte in seiner Neujahrsansprache den Schutz von Kindern vor Bildschirmen an.
Strengeres Handyverbot an Schulen
Das bestehende Verbot von Mobiltelefonen an Grund- und Mittelschulen seit 2018 soll auf Gymnasien ausgeweitet werden, wo Schüler bis 18 Jahre alt sind. Dies zielt auf Reduzierung von Cybermobbing, Bildschirmabhängigkeit und Konzentrationsstörungen ab. Macron bewertete die bisherige Umsetzung als erfolgreich und fordert eine flächendeckende Regelung ab dem Schuljahr 2026/2027.
Vorbild Australien und EU-Debatte
Australien hat kürzlich ein Verbot für unter 16-Jährige eingeführt, das Plattformen wie Instagram, TikTok und Snapchat betrifft, mit hohen Strafen bei Nichteinhaltung. In Europa prüfen Länder wie Dänemark, Spanien, Italien und Griechenland ähnliche Maßnahmen; Macron drängt auf EU-weite Regulierung, droht aber mit nationalem Alleingang. Das Europäische Parlament fordert Mindestalter, um psychische Probleme durch Social Media zu bekämpfen.
Hintergründe und Kritik
Die Pläne folgen Expertenempfehlungen einer Bildschirmkommission und Vorfällen wie einem tödlichen Messerangriff 2025, den Macron mit Social Media verknüpfte. Plattformen müssen Altersverifikation einführen; Frankreich verlangt bereits elterliche Zustimmung für unter 15-Jährige. Kritiker sehen Durchsetzbarkeit als Herausforderung, doch Macron betont: „Plattformen können das Alter prüfen – lasst es uns tun.“
Quellen
Macron will soziale Medien für unter 15-Jährige offenbar verbieten
Macron will Kinder unter 15 Jahren ab September 2026 von sozialen Netzwerken verbannen, berichtet Le Monde






