Kurz vor dem mit Spannung erwarteten Treffen zwischen dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und dem designierten US-Präsidenten Donald Trump hat Bundeskanzler Olaf Scholz ein kurzfristiges Telefonat mit mehreren europäischen Verbündeten einberufen. Ziel sei es gewesen, die Geschlossenheit der westlichen Allianz in der Unterstützung der Ukraine zu bekräftigen, wie Regierungskreise in Berlin mitteilten.
Nach Angaben aus dem Kanzleramt beteiligten sich an dem Gespräch unter anderem der französische Präsident Emmanuel Macron, Großbritanniens Premierministerin Keir Starmer sowie EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Die Partner hätten betont, dass Europa weiter fest an der Seite der Ukraine stehe – auch angesichts veränderter Machtverhältnisse in den USA.
Sorge über Kurswechsel in Washington
Seit Trumps Wahlsieg im November 2025 wächst in europäischen Hauptstädten die Sorge, dass Washington künftig weniger militärische und finanzielle Unterstützung für Kiew leisten könnte. Bereits im Wahlkampf hatte Trump angekündigt, den „Konflikt in der Ukraine innerhalb von 24 Stunden“ beenden zu wollen – eine Äußerung, die in Brüssel und Berlin auf Skepsis gestoßen war.
Scholz betonte nach dem Gespräch laut Regierungssprecherin Christiane Hoffmann, dass die Ukraine weiterhin Waffen, Ausbildung und finanzielle Hilfe aus Europa erwarten könne. „Wir stehen solidarisch mit der Ukraine, unabhängig von den politischen Entwicklungen in anderen Staaten“, hieß es aus deutschen Regierungskreisen.
Selenskyj reist mit klarer Botschaft in die USA
Präsident Selenskyj will in Washington um verbindliche Zusagen für die weitere Unterstützung seines Landes werben. Begleitet wird er von Außenminister Dmytro Kuleba und Verteidigungsminister Rustem Umerov. Nach Angaben ukrainischer Medien wird Selenskyj bei seinem Treffen mit Trump auf die Einhaltung bestehender Abkommen pochen und zugleich für zusätzliche Sicherheitsgarantien eintreten.
Beobachter werten das vorbereitende Telefonat der europäischen Verbündeten als Signal an Moskau und Washington zugleich: Europa will die Ukraine nicht fallen lassen.
Quellen
Verbündete bekräftigen Unterstützung Selenskyjs vor Treffen mit Trump
Russland: Europäische Truppen in der Ukraine wären legitime Ziele