In der albanischen Hauptstadt Tirana kam es am 10. Februar 2026 zu schweren Ausschreitungen bei einer großen Anti-Regierungs-Demonstration. Tausende Oppositionelle protestierten gegen Premierminister Edi Rama und forderten den Rücktritt der suspendierten stellvertretenden Premierministerin Belinda Balluku aufgrund von Korruptionsvorwürfen.
Hintergrund der Proteste
Die Demonstrationen wurden von der Demokratischen Partei unter Führer Sali Berisha organisiert, der Rama einen “Staatsstreich” vorwirft. Korruption ist in Albanien ein großes Problem; das Land rangiert im Transparency International-Index auf Platz 91 von 180. Balluku soll als ehemalige Energie- und Infrastrukturministerin bei Bauaufträgen Gelder veruntreut haben, Vorwürfe, die vom Verfassungsgericht bestätigt wurden.
Ablauf der Ausschreitungen
Zunächst friedlich versammelten sich Tausende auf dem zentralen Platz, eskalierten die Proteste jedoch nach Berishas Rede. Demonstranten warfen Molotowcocktails, Steine und Rauchbomben auf Polizei und Regierungsgebäude, woraufhin Tränengas und Wasserwerfer eingesetzt wurden. Es gab Verletzte: 21 Demonstranten und 19 Polizisten mussten ins Krankenhaus, 13 Festnahmen wurden gemeldet.
Politische Konsequenzen
Die Opposition kann Rama an der Urne nicht schlagen, da er bei den Wahlen 2025 klar siegte, trotz Kritik an Vorteilen der Regierungspartei. Rama kontrolliert Schaltstellen des Staates und ist international vernetzt, insbesondere bei EU-Beitrittsverhandlungen. Weitere Proteste sind angekündigt, bergen aber derzeit keine Gefahr für die Regierung.
Korruptionsvorwürfe im Kontext
Die Sonderstaatsanwaltschaft gegen Korruption genießt hohes Vertrauen und geht rigoros vor, auch gegen Ramas Umfeld. Ähnliche Vorwürfe betreffen auch Berisha selbst. Albanien erlebt wiederholte Proteste gegen Rama, wie im Oktober 2024 und Januar 2026.
Quellen
Ausschreitungen bei Protesten in Tirana
Proteste in Albanien eskalieren – die Hintergründe