US-Präsident Donald Trump hat seine angekündigten Strafzölle gegen Deutschland und andere europäische Länder überraschend zurückgezogen. Wie aus Regierungskreisen in Washington verlautete, habe Trump nach intensiven Gesprächen mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte entschieden, den Handelskonflikt zunächst nicht weiter zu verschärfen.
Die Zollandrohung, die zuletzt für erhebliche Spannungen zwischen Washington und Brüssel gesorgt hatte, ist damit vorerst vom Tisch. Beobachter werten den Schritt als Zeichen einer möglichen Entspannung im transatlantischen Verhältnis.
Einigung über zukünftige Zusammenarbeit in der Arktis
Laut einer gemeinsamen Erklärung einigten sich Trump und Rutte auf einen Rahmen für eine künftige Vereinbarung über die Zusammenarbeit in Grönland und der Arktis. Das Thema war zuletzt in mehreren NATO-Sitzungen diskutiert worden, da strategische und wirtschaftliche Interessen in der Region zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Rutte betonte, die USA und Europa müssten „gemeinsam Verantwortung für Stabilität und nachhaltige Entwicklung in der Arktis übernehmen“. Der Schritt könne ein Fundament für eine neue transatlantische Sicherheits- und Wirtschaftspartnerschaft bilden.
Reaktionen aus Berlin und Brüssel
In Berlin wurde die Entscheidung mit Erleichterung aufgenommen. Bundeswirtschaftsministerin Katharina Schulze sprach von einem „wichtigen Signal für den freien Handel und die Partnerschaft innerhalb der NATO“. Auch die EU-Kommission lobte den Schritt als „Chance für konstruktive Gespräche“ über zukünftige transatlantische Handelsbeziehungen.
Hintergrund: Langer Zollstreit zwischen USA und EU
Seit mehreren Jahren schwelt zwischen den USA und der Europäischen Union ein Konflikt über Zölle auf Industrie- und Agrarprodukte. Trump hatte wiederholt mit Strafmaßnahmen gedroht, um vermeintliche Handelsungleichgewichte auszugleichen. Die aktuelle Kehrtwende könnte auch innenpolitisch motiviert sein: In den USA rücken wirtschaftliche Stabilität und Arbeitsplätze vor der anstehenden Wahl in den Fokus.
Quellen
Trump zieht Zolldrohung gegen Europäer zurück
Wende im Grönland-Streit: Das ist bekannt