Ein schweres Zugunglück hat die Provinz Córdoba in Andalusien erschüttert. In der Nähe der kleinen Ortschaft Adamuz entgleiste am Montag ein Schnellzug auf der Strecke zwischen Madrid und Málaga. Nach Angaben der Behörden kamen dabei mindestens 40 Menschen ums Leben, Dutzende wurden verletzt.
Polizisten der Guardia Civil stellten an der Unfallstelle gelbe Zahlenschilder auf, um alle Spuren zu sichern. Besonders auffällig: Ein gebrochenes Gleisstück, das vermutlich im Zusammenhang mit dem Unglück steht. Die Beamten dokumentieren jedes Detail sorgfältig, um die genaue Ursache der Katastrophe zu ermitteln.
Rätselhafte Unfallursache
Der spanische Verkehrsminister Óscar Puente (57) bezeichnete das Geschehen als einen „extrem ungewöhnlichen Unfall“. Noch ist unklar, ob technisches Versagen, menschliches Fehlverhalten oder äußere Einflüsse zu der Tragödie geführt haben.
Laut ersten Ermittlungen gab es keine Warnsignale im Streckensystem, bevor der Zug entgleiste. Auch Zeugen berichten, dass der Zug mit normaler Geschwindigkeit unterwegs gewesen sei. Bahnexperten schließen nicht aus, dass Materialermüdung oder Sabotage eine Rolle gespielt haben könnten, betonen jedoch, dass es noch zu früh für endgültige Aussagen sei.
Spurensicherung unter Hochdruck
Während die Untersuchungen andauern, bleibt das Gelände rund um die Unfallstelle weiträumig abgesperrt. Spezialisten der spanischen Eisenbahnbehörde Renfe und des Instituto de Seguridad Ferroviaria arbeiten eng mit der Guardia Civil zusammen.
Mit Drohnenaufnahmen und 3D-Scans des Gleisverlaufs will man den genauen Ablauf der Entgleisung rekonstruieren. Ziel ist es, festzustellen, ob das gebrochene Gleis die Primärursache war oder erst durch die Wucht der Entgleisung selbst entstand.
Spanien im Schockzustand
Das Unglück hat in ganz Spanien tiefe Betroffenheit ausgelöst. König Felipe VI. und Ministerpräsident Pedro Sánchez sprachen den Familien der Opfer ihr Mitgefühl aus. In vielen Städten des Landes wurden Trauerbeflaggungen angeordnet.
Medien und Experten vergleichen die Katastrophe bereits mit dem verheerenden Eisenbahnunfall von Santiago de Compostela im Jahr 2013, bei dem 79 Menschen starben.
Die Regierung hat angekündigt, nach Abschluss der Ermittlungen eine umfassende Sicherheitsüberprüfung des Schienennetzes einzuleiten.
Quellen
An dieser Stelle entgleiste der Zug
Spanien: Viele Tote und Verletzte bei Zug-Entgleisung






