12.10.2026
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Hertha setzt ein Ausrufezeichen – doch der siebte Sieg zeigt auch die offene Baustelle

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©2026 dpa

Hertha BSC hat mit dem 2:1 gegenGreuther Fürth den siebten Sieg im siebten Zweitligaspiel eingefahren und seine Tabellenführung weiter gefestigt. Der Erfolg ist ein starkes Signal an die Konkurrenz – doch der Spielverlauf zeigt auch: Eine beeindruckende Serie bedeutetnicht, dass Hertha schon jede Partie souverän kontrolliert.

Eine Serie mit zwei Seiten

Sieben Spiele, sieben Siege: Herthas Saisonstart ist außergewöhnlich. Nach dem Erfolg gegen Fürth steht die Mannschaft mit 21 Punkten und einem Torverhältnis von 19:8 an der Spitze. Der Vorsprung auf den 1. FC Nürnberg beträgt vier Punkte. Diese Zahlen sprechen für Konstanz und geben dem Team von Trainer Stefan Leitl früh einen wertvollen Puffer.

Doch gerade das Spiel gegen Fürth war kein müheloser Auftritt eines überlegenen Tabellenführers. Die Gäste erspielten sich gute Möglichkeiten, während Hertha phasenweise Schwierigkeiten hatte, das Spiel zu beruhigen. Fürths Trainer Heiko Vogel sah sein Team über weite Strecken als die bessere Mannschaft; Leitl räumte seinerseits ein, dass Hertha deutlich besser spielen könne. Der Sieg war also nicht nur Ausdruck Berliner Qualität, sondern auch ein Beleg dafür, wie wichtig Effizienz und Spielglück in einer engen Liga sein können.

Für Hertha ist das kein Grund zur Unruhe. Auch Spitzenteams müssen Spiele gewinnen, in denen nicht alles gelingt. Entscheidend ist, ob sie auf gegnerischen Druck reagieren, Fehler überstehen und ihre klaren Momente nutzen. Gegen Fürth gelang genau das – wenn auch erst nach einem kritischen Moment.

Der Wendepunkt nach Fürths vermeintlicher Führung

Kurz nach der Pause traf Omar Sillah für Fürth, doch der Treffer wurde wegen Abseits aberkannt. Nur drei Minuten später brachte Mads Pedersen die Berliner in Führung: Josip Brekalo bereitete vor, Pedersen schloss mit dem Außenrist ab. Paul Seguin erhöhte in der 80. Minute aus der Distanz auf 2:0; Jannis Heuer verkürzte in der Schlussminute noch auf 2:1.

Diese kurze Abfolge veränderte die Stimmung und den Rhythmus des Spiels. Fürth glaubte an die Führung und musste kurz darauf einem Rückstand hinterherlaufen. Hertha nutzte den Moment, in dem sich Räume öffneten. Das ist eine wichtige Qualität: Nicht jede Mannschaft verwandelt eine gegnerische Enttäuschung so schnell in eigenen Schwung.

Gleichzeitig war das Ende eine Warnung. Der Anschlusstreffer kurz vor Schluss machte aus einer scheinbar sicheren Führung noch einmal eine Zitterpartie. Hertha brachte den Vorsprung über die Zeit, doch gegen stärkere oder konsequenter abschließende Gegner kann ein spätes Gegentor den Unterschied zwischen drei und einem Punkt ausmachen.

Was die Zahlen über den Auftritt verraten

Die erwarteten Tore lagen bei Hertha bei 2,14 und bei Fürth bei 1,30. Das weist auf einen Berliner Vorteil bei den herausgespielten Chancen hin, aber nicht auf eine einseitige Begegnung. Besonders auffällig: Seguins Treffer aus rund 25 Metern hatte nur eine geringe Torwahrscheinlichkeit. Ein solcher Abschluss kann ein Spiel entscheiden, lässt sich aber nicht als verlässliche Strategie für die nächsten Wochen einplanen.

Herthas Weg zum Sieg bestand deshalb aus mehreren Zutaten: individuelle Qualität, ein wichtiger Moment nach dem aberkannten Fürther Tor und die Fähigkeit, den Vorsprung zu verteidigen. Für die weitere Saison wird entscheidend sein, ob die Mannschaft ihre Kontrolle über längere Phasen steigert. Wenn Hertha zu oft darauf angewiesen ist, dass ein Fernschuss sitzt oder ein Gegner seine Chancen liegen lässt, wird es schwerer, die Serie zu verlängern.

Dabei sollte der Blick nicht nur auf die Tabelle gehen. Ein guter Saisonstart schafft Selbstvertrauen, erhöht aber auch die Erwartungen. Die Gegner begegnen einem Tabellenführer zunehmend mit besonderer Aufmerksamkeit und werden versuchen, dessen Rhythmus zu stören. Für Leitls Mannschaft heißt das: Sie muss Wege finden, unterschiedliche Spielverläufe zu bewältigen – etwa gegen tief stehende Abwehrreihen, aggressives Pressing oder nach einem Rückstand.

Leitls besondere Verbindung zu Fürth

Für Stefan Leitl hatte die Partie eine persönliche Note. Er führte Greuther Fürth 2021 als Cheftrainer in die Bundesliga. Nun stand er Hertha gegenüber und musste gegen seinen früheren Verein einen hart erarbeiteten Sieg einordnen. Diese Verbindung macht das Ergebnis emotional besonders, erklärt aber nicht allein den Spielverlauf: Auf dem Platz zählte, wie beide Teams ihre Chancen nutzten und auf Rückschläge reagierten.

Für Hertha ist Leitls Erfahrung mit unterschiedlichen Wettbewerbssituationen ein möglicher Vorteil. Eine lange Saison verlangt mehr als einen guten Start. Trainer müssen Belastung, Formschwankungen und taktische Anpassungen steuern. Die sieben Siege schaffen eine hervorragende Ausgangslage, ersetzen aber nicht die Arbeit an den Phasen, in denen die Mannschaft den Gegner noch zu häufig ins Spiel kommen lässt.

Der Spieltag erzählt mehr als nur Herthas Geschichte

Auch die übrigen Sonntagsspiele zeigen, wie schnell sich die Stimmung in der Tabelle verändern kann. Arminia Bielefeld gewann beim VfL Bochum mit 1:0. Benjamin Boakye traf in der 78. Minute, nachdem die Partie lange offen geblieben war. Für Bochum war es im vierten Heimspiel die dritte Niederlage; Bielefeld kletterte auf Rang neun, während der VfL vorerst Zwölfter blieb.

Vor dem Anpfiff stand in Bochum zusätzlich das umstrittene Hüpfverbot für Teile der Osttribüne im Mittelpunkt. Hintergrund waren Untersuchungen zum Schwingungsverhalten der Tribüne während der Modernisierung. Die Maßnahme sollte gemeinsames, rhythmisches Springen verhindern. Während des Spiels hielten sich die Fans daran. Der sportliche Ausgang ging dadurch beinahe unter – obwohl Bielefeld einen wichtigen Auswärtssieg holte.

St. Pauli setzte sich derweil mit 2:0 gegen den Karlsruher SC durch. Abdoulie Ceesay traf in der 32. Minute, Lars Ritzka legte kurz nach der Pause nach. Karlsruhe blieb dadurch im unteren Tabellenbereich und stand nach dem siebten Spieltag auf Rang 17; St. Pauli verbesserte sich auf Platz sieben. Für den KSC ist besonders problematisch, dass die Niederlage zu einer schwierigen Phase ohne viele Erfolgserlebnisse hinzukommt.

Diese Resultate machen den Wert von Herthas Lauf sichtbar: Während andere Teams um Stabilität ringen, sammelt Berlin konsequent Punkte. Doch sie zeigen auch, wie wenig ein Tabellenstand nach sieben Spieltagen schon festschreibt. Der Abstand ist ein Polster, keine Garantie.

Ausblick: Der Maßstab steigt

Hertha geht als klarer Spitzenreiter in die kommenden Wochen. Der wichtigste nächste Schritt ist nicht, den Rekordstart zu feiern, sondern die Leistung dahinter belastbar zu machen. Dazu gehört, gegnerische Chancen früher zu begrenzen, nach einer Führung konzentriert zu bleiben und die offensive Gefahr auf mehr als einzelne starke Aktionen zu verteilen.

Der Erfolg gegen Fürth liefert dafür beides: Rückenwind und Arbeitsmaterial. Pedersens Treffer belegt, dass Hertha auch in einem zähen Spiel einen entscheidenden Moment finden kann. Seguins Distanzschuss unterstreicht die individuelle Qualität im Kader. Fürths Chancen und Heuers spätes Tor erinnern zugleich daran, dass Hertha noch nicht jede Partie nach Wunsch kontrolliert.

Suchanfragen wie „Teilnehmer: Hertha BSC gegen SC Freiburg – Statistiken“ oder „Teilnehmer: Hertha BSC gegen Arminia Bielefeld – Tabelle“ beziehen sich auf andere Begegnungen und deren jeweilige Daten. Sie sollten nicht mit dem Zweitligaspiel gegen Greuther Fürth vermischt werden. Die zentrale Nachricht dieses Spieltags lautet: Hertha steht nach sieben Partien ohne Punktverlust an der Tabellenspitze.

Hertha hat den perfekten Start fortgesetzt und sich damit eine starke Position verschafft. Ob aus der Serie ein nachhaltiger Aufstiegskurs wird, entscheidet sich daran, ob die Mannschaft knappe und schwierige Spiele künftig überzeugender kontrolliert.

Quellen

Hertha unaufhaltsam!
Hertha bleibt makellos: siebter Sieg im siebten Spiel

trump diesel deal putin
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