Mit einem Großaufgebot bereiteten sich Polizei und Feuerwehr in Berlin auf die diesjährige Silvesternacht vor. Nach Angaben der Berliner Feuerwehr standen so viele Einsatzkräfte bereit wie nie zuvor. Besonders in den Bezirken, die in den vergangenen Jahren durch Ausschreitungen aufgefallen waren, wurden zusätzliche Teams eingesetzt.
Bereits im Vorfeld der Feierlichkeiten stellten die Behörden rund 147.000 illegal gelagerte oder unsachgemäß benutzte Feuerwerkskörper sicher – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren. Ziel dieser Maßnahmen sei es, die Zahl der Verletzten und Sachschäden an Silvester zu verringern.
Bodycams als neues Einsatzmittel
Zum ersten Mal überhaupt setzt die Berliner Feuerwehr in diesem Jahr Bodycams ein. Die am Körper getragenen Kameras sollen die Arbeit der Einsatzkräfte dokumentieren und sie zugleich vor Übergriffen schützen. In der Pilotphase werden die Kameras vor allem bei Rettungs- und Löscheinsätzen in „kritischen Einsatzgebieten“ getragen.
Ein Sprecher der Feuerwehr erklärte, das neue System diene nicht zur allgemeinen Überwachung, sondern der Beweissicherung und Deeskalation. Erfahrungen aus anderen Städten hätten gezeigt, dass das sichtbare Tragen von Kameras aggressive Situationen oft entschärfen könne.
Schutz für Einsatzkräfte im Fokus
Immer häufiger geraten Feuerwehrleute und Rettungskräfte in gefährliche Situationen – etwa durch Angriffe oder Behinderungen bei Einsätzen. Laut Berliner Innenverwaltung wurden im vergangenen Jahr mehr als 250 Vorfälle registriert, bei denen Einsatzkräfte angegriffen oder verletzt wurden.
Die Gewerkschaft der Feuerwehr begrüßte den Schritt zu mehr technischer Ausstattung ausdrücklich. „Bodycams sind ein wichtiges Signal der Wertschätzung und Sicherheit gegenüber unseren Einsatzkräften“, erklärte ein Sprecher.
Ausblick: Auswertung nach der Testphase
Nach der Silvesternacht soll eine Evaluation des neuen Systems folgen. Dabei werden Datenschutz, Wirkung auf das Einsatzgeschehen und die Akzeptanz unter den Feuerwehrleuten untersucht. Sollte sich das Pilotprojekt als erfolgreich erweisen, könnte der Bodycam-Einsatz künftig auf weitere Bereiche des öffentlichen Dienstes ausgeweitet werden.
Quellen
Erstmals Bodycams für Feuerwehrleute in Berlin
Silvester-Feuerwerk: „Pyroexzesse“: 4.300 Polizisten sichern Silvester

