18.12.2025
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Abschied von einer Ikone – Rosa von Praunheim mit 83 Jahren verstorben

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Rosa von Praunheim, bürgerlich Holger Mischwitzky, ist am 17. Dezember 2025 im Alter von 83 Jahren in Berlin gestorben. Er erlag einem Hirntumor, nur fünf Tage nach seiner Hochzeit mit dem langjährigen Lebenspartner Oliver Sechting. Als Regisseur, Aktivist und Autor prägte er über 50 Jahre den Neuen Deutschen Film und die LGBTQ+-Bewegung in Deutschland.

Frühes Leben und Anfänge

Rosa von Praunheim wurde 1942 als Holger Radtke im Zentralgefängnis von Riga geboren, während der deutschen Besatzung. Nach dem Tod seiner leiblichen Mutter 1946 wuchs er in Adoptivfamilien in Brandenburg und Frankfurt auf und floh 1953 aus der DDR in den Westen. Er studierte Malerei in Offenbach und Berlin, verließ jedoch die Universität, um als freier Künstler zu arbeiten, und nahm 1966 seinen Künstlernamen an – eine Anspielung auf den Rosa Winkel und den Frankfurter Stadtteil Praunheim. Seine ersten Experimentalfilme wie Rosa Arbeiter auf goldener Straße (1969) machten ihn in der Underground-Szene bekannt.

Durchbruch und Schwulenbewegung

Der Film Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt (1971) löste einen Skandal aus und gilt als Initialzündung der modernen Schwulen- und Lesbenbewegung in Deutschland. Er führte zur Gründung zahlreicher Initiativen und machte von Praunheim zur Ikone. Kultfilme wie Die Bettwurst (1971) und Berliner Bettwurst (1973) etablierten seinen campigen, provokanten Stil. International dokumentierte er die US-Underground-Szene, etwa in Tally Brown, New York (1979), für das er den Deutschen Filmpreis erhielt.

AIDS-Aktivismus und späteres Werk

Seit den 1980er Jahren engagierte sich von Praunheim intensiv gegen AIDS: Filme wie Ein Virus kennt keine Moral (1986) und Schweigen = Tod (1990) waren Pionierwerke zur Aufklärung. Er drehte über 150 Filme, darunter Porträts von Figuren wie Charlotte von Mahlsdorf (Ich bin meine eigene Frau, 1992) und Magnus Hirschfeld (Der Einstein des Sex, 1999). Zuletzt feierte Satanische Sau (2025) auf der Berlinale Premiere und gewann den Teddy Award.

Vermächtnis und Würdigung

Von Praunheim war Mitbegründer der LGBTQ+-Bewegung, Professor und Wegbereiter queeren Kinos weltweit, mit Retrospektiven in New York, San Francisco und Bogotá. Politiker wie Sven Lehmann lobten sein subversives, empathisches Werk: „Mein Herz ist voller Trauer und Dankbarkeit.“ Die Berlinale trauert um eine prägende Figur, deren Filme Tabus brachen und Sichtbarkeit schufen. Sein Leben endete friedlich, doch sein Einfluss auf Film und Gesellschaft bleibt unvergessen.

​Spießigkeit war ihm ein Gräuel
Rosa von Praunheim ist tot

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