Der Vorwurf einer missbrauchten Dienstreise nach Disneyland sorgt in der AfD Sachsen-Anhalt für Aufruhr, nur Monate vor der Landtagswahl 2026. Interne Konflikte und Anschuldigungen von Reisekostenbetrug könnten das Image der Partei nachhaltig beschädigen. Trotz starker Umfragenlage wirft der Skandal Fragen zur Glaubwürdigkeit auf.
Der Disneyland-Vorwurf im Detail
AfD-Politiker Jan Wenzel Schmidt warf in einer internen Mail dem Landesvorstand Abrechnungsbetrug vor, darunter Dienstreisen nach Disneyland, New York und Griechenland, die als parlamentarische Auslandsreisen getarnt worden seien. Diese Reisen sollen private Vergnügungen mit Familie oder Parteifreunden umfasst haben, finanziert aus Steuergeldern. Der Landtag Sachsen-Anhalt prüft die Vorwürfe nun offiziell, während Schmidt selbst wegen dubioser Geschäfte mit Diamanten und Scheinanstellungen in der Kritik steht.
Interne Kämpfe in der AfD Sachsen-Anhalt
Der Skandal eskaliert einen langjährigen Streit innerhalb des Verbands, mit Vorwürfen von Vetternwirtschaft und Spielbank-Besuchen unter dem Deckmantel von Dienstreisen nach Berlin. Der Landesvorstand plant Ordnungsmaßnahmen gegen Schmidt und andere Mitglieder, was das Chaos vor der Wahl verstärkt. Solche internen Auseinandersetzungen könnten unzufriedene Wähler abschrecken.
Aktuelle Umfragen und Wahlaussichten
Trotz des Tumults führt die AfD in Sachsen-Anhalt Umfragen klar an: Im September 2025 lag sie bei 39 Prozent, deutlich vor der CDU mit 27 Prozent. Eine neuere Insa-Umfrage sah sogar 40 Prozent für die AfD. Experten bezweifeln jedoch, ob der Skandal den Höhenflug stoppt, da viele Wähler auf bundespolitische Unzufriedenheit setzen.
Mögliche Auswirkungen auf den Wahlerfolg
Der Disneyland-Vorwurf nährt das Narrativ von Korruption und Heuchelei, das Gegner wie SPD nutzen, um die AfD anzugreifen. Wirtschaftsverbände distanzieren sich bereits, was Koalitionschancen mindert. Dennoch bleibt die AfD Favorit, solange interne Säuberungen gelingen und der Fokus auf Themen wie Migration liegt.
Quellen
Gefährdet eine vermeintliche Dienstreise nach Disneyland einen Wahlerfolg der AfD?
Chrupalla sieht Rückenwind für politischen Wandel in Sachsen-Anhalt