Der AfD‑Spitzenkandidat für Baden‑Württemberg, Markus Frohnmaier, besuchte Ende Januar 2026 die USA – offiziell, um Gespräche mit politischen Vertretern und konservativen Thinktanks zu führen. Nach eigenen Angaben diente die Reise dem Austausch über „gemeinsame Werte und strategische Interessen“. Doch Beobachter sehen darin ein Signal engerer Anlehnung an den früheren US‑Präsidenten Donald Trump, dessen Rückkehr auf die politische Bühne die europäische Rechte spürbar beflügelt.
Politikwissenschaftler weisen darauf hin, dass die AfD seit Jahren gezielt Verbindungen zu Trumps Umfeld sucht, etwa über Kontakte zur Republikanischen Partei und zu rechten Mediennetzwerken. Frohnmaiers Reise reiht sich in diesen Kontext ein.
Trump als Vorbild – und als Risiko
Innerhalb der AfD gilt Donald Trump für viele als Symbol einer radikalen, anti‑elitären Wende in der westlichen Politik. Parteistrategen sehen in seinem Kommunikationsstil und seiner Polarisierungskraft mögliche Blaupausen für deutsche Wahlkämpfe.
Doch diese Nähe birgt Risiken: Während Trumps Einfluss in den USA wieder wächst, dürfte seine weltweite Reputation nach wie vor polarisierend wirken. Eine allzu offene Identifikation mit dem Ex‑Präsidenten könnte die AfD in Deutschland weiter in die politische Isolation treiben. Insbesondere moderate Wähler und konservative Unternehmerkreise reagieren empfindlich auf populistische US‑Importe.
Internationale Vernetzung der Rechten
Die Rhetorik Trumps – gegen „das Establishment“, gegen Migration und internationale Institutionen – deckt sich in Teilen mit zentralen Botschaften der AfD. Seit 2023 nimmt die Partei regelmäßig an Treffen europäischer und amerikanischer Rechtspopulisten teil, bei denen Themen wie Grenzsicherung, nationale Souveränität und Energiepolitik besprochen werden.
Laut Recherchen deutscher Medien soll Frohnmaier bei seiner jüngsten USA‑Reise auch Unternehmer aus Trumps Umfeld getroffen haben, die an einem „konservativen Netzwerk Europa‑USA“ mitwirken. Offiziell bestätigt ist das nicht, doch Parteikreise betonen, man wolle „internationale Gesprächskanäle offenhalten“.
Öffentlicher Druck und politische Folgen
Die zunehmende Trump‑Nähe könnte für die AfD innenpolitisch zur Belastung werden. Zahlreiche Bundestagsabgeordnete anderer Fraktionen warnten bereits vor einer „transatlantischen Radikalisierung“ der Partei. Auch Verfassungsschützer beobachten ideologische Überschneidungen mit wachsender Aufmerksamkeit.
Ob Frohnmaiers USA‑Besuch der AfD langfristig nützt oder schadet, hängt stark davon ab, wie Donald Trumps Comeback in den USA ausgeht – und wie wählerisch deutsche Bürger mit Symbolpolitik umgehen.
Quellen
Trip zu Republikaner-Gala: USA-Reise von AfD-Abgeordneten kostet mindestens 57.000 Euro Steuergeld
Risikoreiche Nähe – die AfD und Donald Trump