Nach einem schweren Brandanschlag in Berlin, der gleichzeitig zu weitreichenden Stromausfällen führte, hat die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe die Ermittlungen übernommen. Wie eine Sprecherin gegenüber dem Südwestrundfunk (SWR) bestätigte, bestehe der Verdacht auf ein terroristisches Motiv.
Nach bisherigen Informationen wurden bei dem Vorfall in der Nacht zum Dienstag zahlreiche Stromverteiler und Infrastrukturanlagen beschädigt. Mehrere Berliner Stadtteile waren zeitweise ohne Energieversorgung. Das Landeskriminalamt (LKA) Berlin hatte zunächst ermittelt, bevor der Fall nun an die Bundesanwaltschaft übergeben wurde.
Hinweise auf politisch motivierten Hintergrund
Ein terroristischer Hintergrund könne derzeit nicht ausgeschlossen werden. Sicherheitskreise gehen ersten Spuren nach, die auf eine gezielte Sabotagehandlung hindeuten. Zwar bekannte sich bislang keine Gruppe zu der Tat, doch die Vorgehensweise erinnere laut Experten an frühere Anschlagsszenarien auf kritische Infrastruktur.
Die Ermittler prüfen außerdem, ob ein Zusammenhang zu Online-Drohungen besteht, die in den Wochen zuvor in sozialen Netzwerken kursierten. Diese Drohungen richteten sich gegen staatliche Einrichtungen und wurden von mutmaßlich extremistischen Gruppen verbreitet.
Reaktionen aus Politik und Gesellschaft
Politische Vertreter äußerten sich besorgt über die Zunahme von Angriffen auf Energie- und Verkehrsnetze. Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) betonte, dass die Sicherheit kritischer Infrastruktur oberste Priorität habe. Die Maßnahmen zum Schutz von Stromnetzen und Kommunikationsanlagen sollen nun weiter verschärft werden.
Auch in den sozialen Medien sorgt der Vorfall für eine breite Diskussion. Viele User fordern mehr Aufklärung und einen stärkeren staatlichen Fokus auf Sabotageschutz und Terrorprävention.
Hintergrund: Zuständigkeit der Bundesanwaltschaft
Die Bundesanwaltschaft übernimmt Ermittlungen, wenn die Tat von besonderer Bedeutung für die innere Sicherheit Deutschlands ist oder ein terroristisches Motiv im Raum steht. Dazu gehören insbesondere Anschläge, die sich gegen die öffentliche Ordnung oder staatliche Einrichtungen richten.
Im vorliegenden Fall sprechen die Ausmaße des Schadens und die gezielte Manipulation an kritischen Infrastrukturanlagen für ein mögliches politisches oder extremistisches Motiv.
Ausblick
Die Ermittlungen stehen noch am Anfang. Die Bundesanwaltschaft arbeitet eng mit dem Bundeskriminalamt (BKA), dem Landeskriminalamt Berlin sowie Experten für Netzsicherheit zusammen. Konkrete Ergebnisse werden in den kommenden Tagen erwartet.
Die Bevölkerung wird gebeten, verdächtige Beobachtungen zu melden, die im Zusammenhang mit den Vorfällen stehen könnten.
Quellen
Bundesanwaltschaft ermittelt wegen Terrorverdachts
Nach Angriff auf Berliner Stromnetz ermittelt Bundesanwaltschaft